Ein Neumarkter mischt in der Blitzschach-Elite mit
Für den Bezirksliga-Spieler Martin Simon erfüllt sich bei der 36. Deutschen Meisterschaft ein Traum: Er spielt gegen Großmeister – und erringt vier Remis.
Für den Neumarkter Martin Simon stand bei der Deutschen Meisterschaft im Blitzschach in Neumarkt ein wahrer Spiel-Marathon an: 31 Begegnungen absolvierte der 49-Jährige in fünfeinhalb Stunden. Foto: Metterlein
Neumarkt.
Es ist die sechste Partie für Martin Simon an diesem Tag. Einem Tag, den der Neumarkter nicht vergessen wird. Der 49-Jährige spielt normalerweise für den Schachklub Neumarkt in der Bezirksliga II. An diesem Samstag jedoch ist alles anders. Simon misst sich mit der Blitzschach-Elite der Republik, nimmt an der 36. Deutschen Meisterschaft teil.
„Das ist in etwa so, wie wenn im Fußball ein Amateurverein gegen einen Champions-League-Klub antritt“, sagt Simon. Simon weist keinen beeindruckenden Schachtitel vor. Doch in diesem Moment, in der Aula des Landratsamt, liegt der krasse Außenseiter Simon vorne. Er hat den Großmeister Michael Prusikin (SC Forchheim) am Rande einer Niederlage.
„Ich hatte eine Figur vor und die bessere Zeit“, erinnert sich Simon ganz genau an jene berauschenden Sekunden und Minuten. Bei fehlerlosem Spiel könnte er den Übermächtigen Schachmatt setzen. Doch Simon bekommt plötzlich zu viel Respekt und bietet Prusikin ein Remis an. Der akzeptiert – der erste Punkt für Simon. „Wenn ich zuvor schon ein Remis geholt hätte, hätte ich versucht, ihn zu besiegen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen“, so Simon.
Im Laufe des Turniers sollte es für den krassen Außenseiter nicht mehr zu einem Sieg reichen. Nach fünfeinhalb Stunden und 31 Partien stehen vier Remis und der letzte, der 32. Turnierplatz für ihn zu Buche.
Doch das ärgert Simon überhaupt nicht. Wieso auch? „Schließlich habe ich unter normalen Leistungsaspekten in diesem Feld eigentlich nichts verloren“, weiß Simon. Da aber sein Neumarkter Schachklub zum 60. Jubiläum des Vereins die Meisterschaften nach Neumarkt geholt hat, darf er als einziger Vertreter des Gastgebers mitmischen. „Für mich ist das natürlich ein einzigartiges Erlebnis gewesen, das so nicht wieder kommen wird“, ist sich der 49-Jährige sicher.



