Die Klosterer (r.) wurden Vierter.
Für die beiden Vertreter aus dem Altkreis Neumarkt lief es recht durchwachsen. So gelang dem SV Seligenporten ein vierter Platz, während Titelverteidiger ASV Neumarkt diesmal nichts zu bestellen hatte und sang und klanglos Letzter der Vorrundengruppe wurde. So versäumte die Truppe von Hallentrainer Hubert Kirsch das ersehnte Triple.
Doch der Reihe nach. In der Gruppe eins hatte der ASV Neumarkt nach der Papierform eine lösbare Aufgabe mit dem Oberligisten SV Baiersdorf sowie den beiden Kreisligisten Sultan und Bayern Kickers Nürnberg als Gegner. Doch schon in der ersten Partie gab es in den Reihen er Neumarkter lange Gesichter, denn die Bayern Kickers wirkten frischer und gewannen gegen pomadig aufspielende Neumarkter mit 2:1.
Im zweiten Spiel schien sich das Blatt zu wenden denn der ASV Neumarkt führte gegen Sultan Nürnberg bereits 2:0 doch die Türken erkämpften sich noch ein 2:2. Auch im letzten Spiel gegen Baiersdorf war die Vorstellung äußerst dürftig. Die Neumarkter bäumten sich nicht auf, um die Minimalchance auf ein Weiterkommen zu erhalten. So unterlag der ASV 1:2. Coach Hubert Kirsch wollte nichts beschönigen, verwies aber auf die harten Trainingseinheiten: „Wir hatten nach den Anstrengungen der letzten zwei Wochen nichts hinzuzusetzen und offensichtlich Blei in den Füßen“, sagte Kirsch. Der SV Seligenporten hatte mit Ligakonkurrent und Gastgeber FSV Erlangen-Bruck sowie dem Landesligisten SC Eltersdorf und dem Bezirksligisten TSV Weißenburg eine schwere Gruppe, doch entledigte sich die Mannschaft von Trainerfuchs Karsten Wettberg der Aufgabe mit Bravour und wurde Gruppenerster.
Eltersdorf wurde von den Klosterern mit 3:2 knapp besiegt und Weißenburg mit 6:1 aus der Halle gefegt. Das beste Spiel des Tages war die Partie der beiden Bayernligisten SV Seligenporten und FSV Erlangen-Bruck.
Beide Teams schenkten sich nichts und boten Hallenfußball auf höchstem Niveau. Die „Klosterer“ führten bis kurz vor Schluss nach Treffern von Yelegen, Roth und Brandl 3:2, bis ein umstrittener Freistoß den Platzherren den Ausgleich brachte. In dieser Partie kam es auch zum direkten Aufeinadertreffen des SV Seligenporten mit seinem Ex-Trainer Gerd Klaus, der selbst mit seinen 39 Jahren noch einmal die Stiefel schnürte.
In den Halbfinals kam es zu den Begegnungen David gegen Goliath. Wer aber glaubte, dass die Kreisligisten nur Kanonenfutter seien, sah sich getäuscht. Das musste der SV Seligenporten schmerzlich zur Kenntnis nehmen, denn die Klosterer unterlagen den mit Herzblut kämpfenden Türken von Sultan Nürnberg nach einer mitreißenden Partie mit 4:5.
So blieb nur noch das Spiel um Platz drei, das dann aber gegen Bayern Kickers abgeschenkt wurde. Seligenporten verlor, weil der Dampf einfach draußen war, mit 1:3.
Etwas traurig war Kloster-Coach Karsten Wettberg, weil er insgeheim vom Gewinn des Titels geträumt hatte, der dann sein 45. in der erfolgreichen und langen Trainerkarriere gewesen wäre. Einen Sieg konnte der SV Seligenporten dennoch einheimsen, denn Alexander Roth war mit acht Treffern bester Torschütze und bekam die Torjägerkanone überreicht.
Im zweiten Halbfinale hatte Erlangen-Bruck ebenfalls seine liebe Müh’, um die Bayern Kickers äußerst knapp mit 3:2 zu besiegen. Im Finale allerdings spielte die Klaus-Truppe ihre ganze Erfahrung aus, schlug die Türken von Sultan Nürnberg klar mit 6:1 und errang so zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Titel eines Bezirkspokalsiegers. Bezirksspielleiter Ludwig Beer zeigte sich vom Turnierverlauf sehr angetan: „Faire Spiele und das tadellose Benehmen der Betreuer machten die Meisterschaften in einer ideal geeigneten Halle zu einem tollen Ereignis. Das Hallenniveau und die Teilnehmerzahlen sind weiter gestiegen und heuer gab es eine Rekordbeteiligung von 404 Mannschaften im Bezirk Mittelfranken“, freute sich Beer. Ein Wort noch zu Hallensprecher Heinz Färber vom Sportgericht in Nürnberg. Er machte seine Sache hervorragend und informierte die gut 400 Besucher bestens.