RT-Schwimmen: Ära Mühl endet mit Misstönen
Nach dem Rückzug des Cheftrainers und seiner Frau kommt Bewegung in Regensburgs Schwimmszene. Sogar eine Fusion mit der DJK Sportbund könnte jetzt ein Thema werden.
Das wird’s nicht mehr geben: Werner Mühl gibt den jungen RT-Schwimmern keine Anweisungen mehr. Foto: Archiv
Regensburg.
Dass in der Schwimmabteilung der RT etwas Wichtiges passiert ist, erkennt man schon bei einem Blick auf die Homepage (www.regensburg-schwimmen.de). „Wichtige Information“, heißt es da auf der Startseite, und dann kommt folgender Text: „Mit sofortiger Wirkung ist die Familie Mühl von allen Ämtern und Funktionen zurückgetreten. Ansprechpartner für alle Belange ist ab sofort der Stellvertretende Abteilungsleiter Stephan Hellwig. Der Trainingsbetrieb findet ganz normal statt und ist bis auf Weiteres sichergestellt.“
Störungen im Zusammenspiel
Für den Regensburger Traditionsverein ist das ein Paukenschlag. Die Mühls sind ja nicht irgendwer. Der 65 Jahre alte Werner Mühl ist, pardon: war Leiter der Schwimmabteilung und Cheftrainer, seit über 50 Jahren beschäftigt er sich bei der Turnerschaft mit Schwimmen: erst als erfolgreicher Athlet, später als Coach und Funktionär. Gemeinsam mit seiner Frau Karin betreute er in den vergangenen Jahren die Leistungsschwimmer, fuhr mit ihnen zu den Wettkämpfen, organisierte Trainingslager, die beiden kümmerten sich um fast alles, kurz: Die Schwimmabteilung der RT war zuletzt eher eine Abteilung Mühl.
Jetzt ist die Ära zu Ende. „Ich habe mit der Schwimmabteilung abgeschlossen“, sagt Mühl und deutet vielsagend an: „Gewisse Kreise wollten es so.“ Schon seine Wortwahl lässt darauf schließen, dass sein Rückzug von Misstönen begleitet war. Tatsächlich gab es in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Probleme, die sich zu einem massiven Zerwürfnis zwischen den Mühls und der Führung des Gesamtvereins auswuchsen. Inzwischen beschäftigt die Angelegenheit sogar Rechtsanwälte.
Entzündet hat sich der Konflikt ausgerechnet an Nadine Laemmler(15), der begabtesten Schwimmerin in Mühls Trainingsgruppe. Die Schülerin aus Wackersdorf und ihre Schwestern schwimmen seit Jahren bei der RT; wenn Frühtrainings angesetzt waren, übernachtete sie oft bei den Mühls in Regensburg. Doch in diesem Jahr tauchten zunehmend Störungen im komplexen Zusammenspiel zwischen Athletin, Eltern und Trainer auf – Störungen, die für Außenstehende schwer nachzuvollziehen sind.



