Sport aus der Region Regensburg 15.10.2009, 18:34 Uhr

Für die Jubelpose reichte die Kraft nicht mehr

Marco Sturm erlebte in den österreichischen Alpen „die schlimmsten Minuten“ seines Lebens – trotzdem reichte es für Platz fünf.

Hat bei der Berglauf-WM seinen größten Erfolg geschafft: LLC-Läufer Marco Sturm. Foto: Stinn

Hat bei der Berglauf-WM seinen größten Erfolg geschafft: LLC-Läufer Marco Sturm. Foto: Stinn

Von Nicole Selendt, MZ

Söll. Dass unendliche Schmerzen und überschwängliche Freude nah beieinander liegen, hat der 32-jährige Marco Sturm vom LLC Marathon Regensburg bewiesen. Bei der Berglauf-WM im österreichischen Söll hat er über die Marathon-Distanz mit dem fünften Rang den größten Erfolg seiner Karriere geschafft – doch von Feiern konnte nach dem Zieleinlauf keine Rede sein. Bei Kilometer 39 noch Dritter, hatte er auf einmal mit starken Krämpfen in Waden, Oberschenkeln und Armen zu kämpfen.

Obwohl er zurückhaltend begonnen hatte und sich nach und nach immer weiter nach vorne arbeitete, konnte sich Sturm auf den letzten drei Kilometern – bei denen es immerhin rund 600 Höhenmeter zu überwinden galt – kaum noch auf den Beinen halten. Das waren „die schlimmsten Minuten meines Lebens“, gestand er im Gespräch mit der MZ. „Einige Meter musste ich sogar die Arme zu Hilfe nehmen“, gab er zu. Da lautete das Ziel nicht mehr, die Bronze-Medaille zu retten – Durchhalten war die Devise.

Doppelt bitter für Sturm: Nach 40 Kilometern zog der spätere Zweite, Jonathan Wyatt (Neuseeland), leichtfüßig an ihm vorbei und nahm ihm auf den letzten 2000 Metern noch acht Minuten ab. Auch Rickey Lightfood aus England machte aus einem mehrminütigen Rückstand auf Sturm einen Vorsprung. Mehr taumelnd als laufend, und mit letzter Willenskraft erreichte er das Ziel: „Aber für eine Siegerpose hat mir einfach die Kraft gefehlt. Ich fiel erst einmal halb ohnmächtig hin und musste zwei Stunden lang medizinisch betreut werden.“ Er habe sich aber recht schnell wieder erholt, wie er gestern bestätigte. „Das geht im Leistungssport schnell. Am Abend konnte ich den Erfolg schon wieder richtig feiern.“

Sieger wurde am Ende der 30-jährige Schweizer Marc Lauenstein und entthronte damit den siebenfachen Weltmeister Jonathan Wyatt, der als Zweiter vor Rickey Lightfood und dem Kenianer Richard Chemungor ins Ziel kam. In der Mannschaftswertung wurde Sturm zusammen mit Josef Beha (15.) und Martin Schedler (21.) Vierter.

Ein letzter Wettkampf der Saison steht für Marco Sturm noch an: Am Wochenende startet er beim ältesten Berglauf Österreichs in Linz. „Nachdem im letzten Jahr mein kenianischer Schwager gewonnen hat, möchte ich dort die Familienehre verteidigen“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Für die WM im kommenden Jahr am Pikes Peak Ascent in den USA ist Sturm schon nominiert: „Dort will ich wieder eine ähnlich gute Platzierung erreichen, vielleicht klappt es dann dort mit der Medaille“, so der LLC-Läufer.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 
Freitag 25. Mai 2012
Online Spezial: Haus modernisieren
Haubensak Logo

Wetter

Wolke
22°10°

» Lokalwetter