Sport aus der Region Regensburg 25.02.2012, 10:25 Uhr

Florian Velicis neue Heimat: Nicht TSV, nicht TV – ASV!

Mit 62 ist der ehemalige Abensberger Meistermacher längst nicht müde: Von Undorf aus denkt er an Olympia 2024 und arbeitet fleißig mit Alexandra Gantner.


        Florian Velici live als Trainer im Einsatz: Der Judo-Professor hat beim und mit dem ASV Undorf noch viel vor. Foto: Lex

Florian Velici live als Trainer im Einsatz: Der Judo-Professor hat beim und mit dem ASV Undorf noch viel vor. Foto: Lex

Von Claus-Dieter wotruba, MZ

UNDORF. Diesen Ort kennt man nicht: Abensberg oder Großhadern stehen in Bayern für Judo. Aber Undorf? Da kommen selbst die Kampfsport-Spezialisten schnell mit den Feinheiten des Klubnamens durcheinander. Beim Ranglistenturnier in Neutraubling war es der TSV Undorf, zuletzt bei den süddeutschen Meisterschaften der TV Undorf. Korrekt ist ASV: A für Allgemeiner, SV für Sportverein. Und das jüngste Kind des Klubs vor den Toren Regensburgs ist die Judo-Abteilung.

Der ASV Undorf hat unversehens Zuwachs bekommen, der ihn quasi über Nacht über die Grenzen Bayerns hinaus in Erscheinung treten lässt. Bislang hatte nur Ex-Nationalspieler Hans Dorfner, der Fußballprofi beim FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg, den Verein überregional bekannt gemacht. Jetzt versucht das auch Florian Velici, ein Mann mit Abensberger Vergangenheit: Dort war er Judotrainer, wurde deutscher Meister und Europapokalsieger, trainierte Weltmeister und Olympia-Medaillengewinner.

Jetzt hat er sich in Undorf niedergelassen, mit Liebe am mühevoll gesuchten neuen Heim dort gebastelt – und neue Ziele: Ziele mit seinem Schützling Alexandra Gantner, Ziele mit dem ASV Undorf. Velici dachte stets im olympischen Zyklus: „Eigentlich wollte ich 2016 in Rente gehen. Jetzt plane ich bis 2024.“ Noch immer ist der allergrößte, der noch unerfüllte Judo-Traum der von einem Olympiasieg.

Mit der 13-Jährigen Alexandra Gantner hat er ein Talent gefunden, das sich rasant entwickelt hat und der Konkurrenz aus den Hochburgen keck die Stirn bietet. Gerade hat sie die Altersklasse gewechselt und schon in der U 17 die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft am heutigen Samstag im hessischen Neuhof geschafft. Was für die Gegner eine Überraschung war, war für Velici und Gantner Produkt von viel Arbeit. „Es ist alles möglich von zwei Niederlagen und dem Ausscheiden bis hin zum Titel“, sagt Velici und hat die Bilanz schon vorab gezogen: „Wir haben auch ohne Kampf jetzt schon gewonnen.“

Der ASV Undorf auch: Velicis Frau Livia ist die Abteilungsleiterin und fiebert mit, wie ihr Mann das macht, was er schon immer machte: Er arbeitet ganzheitlich und beginnt mit den Kleinsten. Aktuell sind es 50 Kinder, die in der Spielwiese toben. Wie einst in Rumänien, woher Velici stammt. „Daniel war drei, als er bei mir begann“, sagt Velici und meint Daniel Lascau, der 1991 Weltmeister war. Jetzt hat Velici eine neue sportliche Heimat. „In Abensberg war es mit der Finanzierung leichter, in Undorf ist die Leidenschaft meine Finanzierung“, sagt er und: „Ich bin in einem kleinen Dorf mit großem Herzen. Bei Vorstand Uli Greth habe ich alle Unterstützung.“

So werden bald die Fehler mit dem Vereinsvornamen nicht mehr passieren: Nicht TSV oder TV, sondern ASV – das ist dann im Judo bestens bekannt.


 

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