Team lässt eine Tradition aufleben
Schwimm-Club will eine alte Abteilung wiederbeleben. Turnierteilnahme in England macht Lust auf mehr.
Diese acht Spieler um Thomas Dollinger (unten links) wollen Wasserball in Regensburg wiederbeleben. Foto: SCR
Regensburg. Die Wasserball-Mannschaft des SC Regensburg ist aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht und tat gleich eine weite Reise. In einem vom Londoner Team der Eastern Otters ausgerichteten Turnier belegten die Regensburger den siebten Platz.
Vor rund sechs Jahren hatte sich die Mannschaft wegen Spielermangels aus dem aktiven Spielbetrieb zurückgezogen. Anfang des Jahres entschlossen die Ehemaligen, alte Zeiten wieder aufleben zu lassen. Zwar hatte man die ganze Zeit über stetig trainiert, doch trotzdem hat eine so lange Pause seit dem letzten Punktspiel in der Oberliga, der höchsten bayerischen Liga, Spuren hinterlassen.
Auch die letzte Turnierteilnahme liegt mittlerweile vier Jahre zurück. In der deutschen Wasserball-Hochburg Hameln landeten die Regensburger aufgrund äußerst starker Konkurrenz jedoch nur auf dem letzten Platz. „Bei diesem Turnier haben wir gemerkt, was die fehlende Punktspielpraxis ausmachen kann“, resümiert Thomas Dollinger den Event.
In England ließ sich die Regensburger Mannschaft von diesem Mangel an Spielpraxis nicht beirren. „Wir sind angesichts der langen Spielpause mit unserer Leistung in dem Turnier äußerst zufrieden“, sagt Dollinger. „Nach sehr spannenden Spielen belegten wir einen guten siebten Platz. Das ist weit mehr, als wir uns erwartet haben.“
Nach insgesamt drei Niederlagen in dem mit hochkarätigen englischen Teams sowie dem deutschen Regionalligisten des TuS Syke/Bremen bestens besetzten Turnier zeigte das Regensburger Team um Rolf Schmitz-Rosellen, Wilfried Kohrs, Stefan Wiesinger, Markus Drechsler, Jörg Amende, Herbert Ungar, Ralf Stanewsky und Thomas Dollinger im Spiel um Platz sieben ihr Können. Mit 7:0 gewann der SCR das Match gegen die 2. Mannschaft der Eastern Otters. Zusätzlich dazu gewannen die Regensburger den Fairness-Pokal des Turniers. „Es ist zu hoffen, dass dies ein Neubeginn des traditionsreichen Wasserballsportes in Regensburg war“, sagt Dollinger.
Die Teilnahme am Turnier kam durch den ehemaligen Regensburger Ralf Stanewsky zustande, der jetzt in London lebt und für die Eastern Otters spielt. „Bereits vergangenes Jahr haben wir ein Freundschaftsspiel gegen die Eastern Otters in Regensburg organisiert“, sagt Dollinger über die zwischen beiden Klubs geschlossene Freundschaft. Im Turnier war Stanewsky jedoch für seinen ehemaligen Verein ins Wasser gegangen.
Mit acht Spielern sind die Regensburger nach England gereist. „Um wieder in den Liga-Betrieb einsteigen zu können, sind aber mindestens 13 Spieler nötig“, stellt Dollinger fest. In Zukunft werde man sich darauf konzentrieren, eine spielfähige Mannschaft aufzubauen. „Auch eine Nachwuchsmannschaft soll es in Regensburg wieder geben. Doch wie bald das passieren wird, das steht noch in den Sternen.“

