Kampf gegen die bösen Erinnerungen
2011 wurde Sonja Tajsich in St.Pölten während des Rennens krank. Sie will die Bilder am Sonntag tilgen. Denn sie schwärmt von Land und Leuten.
In Amberg lief sich Sonja Tajsich warm: In St. Pölten wartet auf die Weltklasse-Triathletin am Sonntag der erste große Wettbewerb. Foto: Tajsich
REGENSBURG.
Sonja Tajsich rannte als Sechste ins Ziel – und sofort auf die Toilette. Der Horror der 110 Kilometer schwimmen (1,9), Radfahren (90) und laufen (21,1) des Jahres 2011 in St. Pölten blieb der Triathletin aus Eilsbrunn im Kopf: Damals brach ein Magen-Darm-Virus mitten im Wettkampf aus. Am Sonntag ab 7 Uhr gilt es, die bösen Bilder in Österreich zu tilgen.
Nach dem Sieg beim Citytriathlon in Amberg ist es der Einstieg in die Saison für Sonja Tajsich, die heuer zwei Höhepunkte anstrebt: Die Langdistanz-Europameisterschaft am 8. Juli in Roth und eine weitere Verbesserung ihres siebten Platzes auf Hawaii am 13.Oktober. Beim Ironman Regensburg am 17. Juni wird sie nur den Schwimmteil der Charivari-Staffel bestreiten und als Expertin tätig sein.
In Regensburg nur in der Staffel
„Ich habe über den Winter nochmal einen Riesensprung gemacht“, sagt Sonja Tajsich selbstbewusst. St. Pölten soll dafür ein guter Wegweiser sein. Eine „völlig neue Sitzposition auf dem Rad“ verleiht Sonja Tajsich Flügel. „Wir haben das im Hauruck-Verfahren um einen Zentimeter gemacht“, sagt die 36-jährige Weltklasse-Triathletin. „Normal geht das millimeterweise.“ Doch Tajsich fühlte sich so wohl, dass vorhandene Muskelprobleme verschwanden.
Fortschritte im Umgang mit dem Wattmess-System auf dem Rad forcierten das Wohlfühlgefühl. „Meine innere Bereitschaft hat sich verändert“, sagt Tajsich. „Ich schinde mich mehr – aber immer innerhalb der Werte.“ Auch in der sowieso stets bestens funktionierenden Disziplin Laufen hat sie gelernt, die Trainer-Vorgaben zu lesen und besser umzusetzen. Alles in allem fühlt sich Sonja Tajsich bereit: Anders als vor einem Jahr, als Trips nach Südafrika und in die USA vorgeschaltet waren, erfüllt der Halb-Ironman (nach der Zahl der zurückgelegten Meilen auch 70.3 genannt) in St. Pölten Auftaktzwecke. „Einen guten Einstieg“, will Sonja Tajsich, „und ein paar Punkte mitnehmen“. Zwar ist sie durch das Hawaii-Ergebnis und Rang zwei in Mexiko im November so gut wie qualifiziert, doch die Regensburgerin will sich für alle Eventualitäten wappnen. „Im Vorjahr hatte die letzte Qualifizierte 4600 Punkte, ich habe jetzt 4800. Aber wenn noch Punkte für einen der ersten Plätze dazukämen, wäre es noch sicherer“, sagt Tajsich.

