Jahn-Urgestein wird 80
Diesmal gebühren „Lulu“ die Glückwünsche: Ludwig Wagenpfeil feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag – und geht weiter zu jedem Heimspiel.
Immer am Ball, auch mit 80: Ludwig „Lulu“ Wagenpfeil Foto: Brüssel
REGENSBURG. Wenn das Wort „Urgestein“ auf jemand beim SSV Jahn zutrifft, dann ist es Ludwig Wagenpfeil, der am Samstag seinen 80. Geburtstag feiert. Der noch immer vitale Jubilar, im Brotberuf früher Bankkaufmann und nebenher langjähriger Spieler und Trainer sowie Vorstandsmitglied und einst auch Ehrenratsvorsitzender, schnürte 1949 als 17-Jähriger schon die Fußballstiefel für die damalige Oberligamannschaft des Regensburger Traditionsvereins.
Inzwischen ist er zum Zeitzeugen einer Jahn-Historie geworden, die in den vergangenen Jahrzehnten stets vom sportlichen und wirtschaftlichen Auf und Ab geprägt war. Am Schicksal der Rot-Weißen ist er weiter brennend interessiert. Der Fußball lässt ihn nicht los, und Wagenpfeil lässt auch künftig kein Heimspiel aus. „Natürlich werde ich mir wieder eine Tribünenkarte besorgen“, sagt er, der sicher ist, „dass in dieser Saison viele Zuschauer kommen, schon weil mit dem 1. FC Köln, Hertha BSC Berlin oder dem 1. FC Kaiserslautern sehr attraktive Gegner im Jahn-Stadion antreten “.
Seine Hoffnung ist, „dass der Jahn diesmal in der 2. Bundesliga verbleiben kann und Sportchef Franz Gerber sowie die Vereinsführung auf einen längeren Zeitraum ihre Ämter noch ausüben werden. Denn der Jahn braucht Konstanz, gerade auf diesen Positionen“.
Der Jubilar weiß, wovon er spricht. Denn auch als Funktionär ist er stets in die Bresche gesprungen, wenn es „brannte“. Zuletzt 1995, als der Jahn führungslos wieder einmal dem Abgrund entgegen taumelte, stellte sich Wagenpfeil, ausgestattet mit dem Vertrauen der Klubmitglieder, für ein Vorstandsamt zur Verfügung.
Die Verbindung zu seinem Heimatverein begann für den dreifachen Familienvater und vierfachen Großpapa schon 1944 mit zwölf Jahren. Und zwar, ohne dass es die gestrenge Mutter wusste. Der zweitjüngste Sohn des ehemaligen Sportjournalisten und IHK-Sachbearbeiters Willi Wagenpfeil stand im Alter von 17 Jahren bereits im Kader der Oberligamannschaft. Er spielte als rechter oder linker Verteidiger unter Trainern wie den unvergessenen Peppi Uridil und Bimbo Binder.

