Sport aus der Region Regensburg 06.08.2012, 21:20 Uhr

Eine Dimension, die nicht jeder sieht

Regensburg steht im September in einer Reihe mit Städten wie Miami und San Francisco. Das Classics-Turnier ist noch größer als es die WM 2009 war.

2009 bei der WM war die Baseball-Begeisterung in Regensburg riesig und brachte bis zu 10000 Zuschauer pro Spiel auf die Beine. Foto: Brüssel

2009 bei der WM war die Baseball-Begeisterung in Regensburg riesig und brachte bis zu 10000 Zuschauer pro Spiel auf die Beine. Foto: Brüssel

Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

REGENSBURG. Schlagen, werfen, laufen: Anderswo in Deutschland mag Baseball immer noch exotisch wirken und Unsicherheit verbreiten, weil für Max Mustermann die Regeln des Spiels eben noch immer ein Buch mit sieben Siegeln darstellen. Den europäischen und insbesondere deutschen Markt besser zu erschließen, ist folglich auch ein Ziel der ruhmreichen Major League Baseball (MLB), dem Traum jeden ambitionierten Spielers.

So rückt Regensburg vom 20. bis 24. September zum zweiten Mal nach 2009 in den Blickpunkt einer Weltöffentlichkeit. Damals organisierte der Baseball-Weltverband Ibaf noch eine eigene Weltmeisterschaft, vergab eine Vorrundengruppe in die Oberpfalz und schickte die Teams aus den USA, Venezuela und China nach Regensburg. Inzwischen macht die Ibaf mit der MLB gemeinsame Sache. Die bislang zweimal ausgetragenen und zweimal von Japan gewonnenen World Baseball Classics (WBC) fusionieren fortan zur Weltmeisterschaft – einer Weltmeisterschaft auf höherem Niveau, weil wesentlich höherrangige Profis mitwirken werden.

In Regensburg wird im Herbst Gastgeber Deutschland gegen Großbritannien, Kanada und Tschechien versuchen, den Sprung zur von 16 auf 28 Teilnehmer aufgestockten Classics-Endrunde im März 2013 zu schaffen. Weitere Vierer-Turniere werden in den USA, Taiwan und Panama gespielt. Auf der Landkarte der WBC-Homepage steht die Hauptstadt der Oberpfalz neben den anderen Vorrunden-Orten Taipeh, Jupiter und Panama City sowie den Endrunden-Städten Miami, Phoenix und San Francisco.

Das zeigt: Regensburg ist für die MLB die Baseball-Stadt Nummer eins in Deutschland. Die drei deutschen Titel seit 2008 für die hiesigen Buchbinder Legionäre, die gerade wieder den Sprung ins Endspiel geschafft haben, sind dabei noch das Wenigste. In Regensburg sind regelmäßig Scouts zu Gast, zum Beispiel beim MLB-Nachwuchsturnier. Dazu schaffen regelmäßig Talente aus dem Klub mit seinem Nachwuchs-Internat den Sprung nach Übersee. Eines davon, Donald Lutz, kommt dem Ziel, der erste Deutsche in der MLB zu sein, immer näher.

 

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