Sie stellten das Armin-Wolf-Laufteam vor: kniend Ultraläufer Armin Wolf (links), Initiator Armin Wolf (rechts), stehend von links Jochen Stöberl, Sebastian Koschel, Juliane Straub und Sebastian Neef. Foto: ra
Von Andreas Allacher, MZ
Schwandorf. Mit 19 Startern nimmt das Laufteam des Charivari-Sportchefs Armin Wolf erstmals am 7. Schwandorfer Commerzbank-Charity-Stadtlauf am 30. Juni teil. Sie schaffen damit für die Hobbyläufer nicht nur die Möglichkeit, sich mit überregional erfolgreichen Ausdauersportler zu messen. Sie bringen auch noch 600 Euro an Spendengelder für die Reinhard-und-Marianne-Wolf-Stiftung mit.
„Wir erfahren aus der Region sehr viel Unterstützung und können auf diese Weise etwas zurückgeben“, betont Sebastian Koschel, der 2010 und 2011 beim Ironman Regensburg finishte und zuletzt bei der in die Kraichgau-Challenge integrierte Mitteldistanz-Europameisterschaft erfolgreich war, dass er sich gerne im Armin-Wolf-Laufteam ehrenamtlich engagiert. Die Idee, die dahintersteckt, erläutert der Sportreporter: „Ich wollte etwas machen für Menschen, denen es nicht so gut geht wie mir. Ich kenne die Sportler, die Event-Organisatoren und potenzielle Sponsoren: Mit dem Laufteam und Veranstaltungen wie den Schwandorfer Charity-Stadtlauf kann ich sie zusammenbringen.“ Alle Spenden, die so zusammenkommen, werden mit den zu zahlenden Startgeldern an den jeweiligen guten Zweck weitergegeben.
Hoffnung auf Sogwirkung
Für die Veranstalter, den Lauftreff, den Skiclub und den Stadtverband für Sport, freut sich dessen Vorsitzender Ernst Schober über die namhaften Teilnehmer: „Ihr Start ist für uns eine zusätzliche Attraktion, sodass wir auch auf eine Sogwirkung hoffen!“, sagte er zu den sechs Mitgliedern des Armin-Wolf-Laufteams, die jetzt ins Sepp-Simon-Stadion gekommen waren, um ihren Start offiziell anzukündigen. Einer von ihnen ist Sebastian Neef, der derzeit im Triathlon von Erfolg zu Erfolg eilt. „Ja, es läuft derzeit sehr gut. Ich habe gelernt, die einzelnen Disziplinen ökonomischer anzugehen, bin nach Verletzungen im Vorjahr heuer davon verschont geblieben und ernte derzeit die Früchte der harten Arbeit im Winter.“ Für das kommende Jahr erwähnt der Regensburger Student den Wechsel ins Profilager.
Während Neef beim Hauptlauf über elf Kilometer startet, beschränkt sich Juliane Straub auf die 5,5 Kilometer. Das ist für sie der ideale Trainingslauf im Vorfeld der nächste Veranstaltung der Triathlon-Bundesliga in Düsseldorf. Dort startet sie für das Stadtwerke-Team Witten, nachdem sie im Vorjahr mit dem TV Erlangen Deutsche Mannschaftsmeisterin geworden ist und dabei als beste Einzelstarterin der Triathlon-Bundesliga den Deutschland-Cup gewonnen hat. Sie fasziniert beim Triathlon das „Zusammenspiel der Disziplinen“, wobei ihre Stärke das Laufen ist. So hat sie schon oft nach dem Schwimmen und dem Radfahren in der letzten Disziplin der Konkurrenz das Nachsehen gegeben.
Ihr Lebenspartner Sebastian Koschel unterstreicht die terminliche Herausforderung, die die Teilnahme an solchen Benefizveranstaltungen für die Triathleten angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen und einem Trainingsaufwand von bis zu 25 Stunden pro Woche in den heißen Phasen der Saison darstellt. Die elf Kilometer von Schwandorf sind für ihn die ideale Vorbereitung für den Zürich-Ironman zwei Wochen später, weshalb er wahrscheinlich auch mit dem Rad aus Regensburg anreist.
Ein Marathon zum Warmlaufen
Um nach Schwandorf zu kommen, nutzt Armin Wolf – nicht die „Stimme des Sports in Ostbayern“ sondern der gleichnamige Ultraläufer – ebenfalls nicht das Auto. Der Regensburger (Jahrgang 1964) hat schon zahlreiche Laufabenteuer hinten sich: Er war u. a. beim Chiemgauer 100-Meilen-Berglauf nach 6750 überwundenen Höhenmetern und 31:45 Stunden einer von nur 14 Finishern bei 49 gestarteten Teilnehmer. Was für andere eine unvorstellbare Leistungen ist, die unbeschreibliche Motivation erfordert, ist für ihn ganz einfach: „Man läuft von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation – und irgendwann ist man im Ziel.“ Nach dem langen Aufwärm-Marathon von Regensburg nach Schwandorf will er es hier mit einer Runde von 5,5 Kilometern bewenden lassen, genauso wie Jochen Stöberl, für den der Charitylauf der Wiedereinstieg nach einem langwierigen Infekt ist.
Dabei hatte die Saison mit einer neuen Bestzeit in Bad Füssing so gut für ihn begonnen. Der Nittenauer, der im TSV ein Triathlonteam mitgegründet hat, ist nach seiner Hawaii-Teilnahme 2010, wo er unter zehn Stunden blieb, von der Langstrecke auf die Mittel- und Kurzdistanz umgestiegen. Da ist das Training zwar oft intensiver, aber nicht mehr ganz so zeitraubend. „Der Charity-Stadtlauf ist für mich nach der langen Zwangspause eine Standortbestimmung“, freut sich Stöberl schon auf den Auftritt des Armin-Wolf-Laufteams in Schwandorf.