Ein Behinderter zeigt Bestform
Die IPC-Junioren-Weltmeisterschaften im tschechischen Olomouc waren für Leichtathlet Uli Wiendl aus Maxhütte-Haidhof ein Klasse-Erlebnis.
Uli Wiendl startet erstmals international: Im deutschen Aufgebot zur Junioren-WM im tschechischen Olomouc erfüllt der Maxhütte-Haidhofer in Diensten des TV Burglengenfeld die Erwartungen voll und ganz. Foto: bpf
Olomouc. Der Deutsche Behindertensportverband hatte Uli Wiendl für die Junioren-WM im tschechischen Olomouc nominiert, und er erfüllte die Erwartungen voll und ganz. Der 18-jährige Leichtathlet, beim TV Burglengenfeld daheim, sprach vom tollen Erlebnis in Tschechien. Etwas lang waren die 520 Kilometer Anreise, doch er durfte es sich auf der Rücksitzbank im Auto der Eltern bequem machen. Super fand er auch das Hotel nahe am Stadion, in dem die deutsche Gruppe (17 Sportler, ein Trainer und ein Physiotherapeut) untergebracht war.
Nach der Anreise fand die Klassifizierung für seinen ersten internationalen Start statt. Eine Jury aus fünf Herren verschiedener Länder entschied, in welcher Klasse er starten dufte: Nach drei Stunden wurde er schließlich zwei Stufen höher bewertet als in Deutschland. Das hatte zur Folge, dass seine Leistungen schlechter bewertet wurden. Und zwei deutsche Teilnehmer durften gar nicht starten. Die Bundestrainerin Henny Gastel war über diesen Umstand auch nicht erfreut.
Als erste Disziplin stand am nächsten Tag der Weitsprung an. Im ersten Wettkampf war noch deutlich zu spüren, wie nervenaufreibend die Klassifizierung für Uli Wiendl war. Bis zu den Laufdisziplinen hatten sich seine Nerven dann wieder weitgehend beruhigt, was sich auch in den Leistungen widerspiegelte. Das Wetter war trocken, windig, was sich im Sprint bemerkbar machte. Es nahmen elf Nationen teil. Deutschland lag am Schlusstag im Medaillenspiegel auf dem dritten Platz – mit 34 Medaillen.
Der Sportler aus Maxhütte-Haidhof bemühte sich mit aller Kraft, aber irgendwie war er noch nicht ganz Herr seiner Kräfte. Seine beste Weite erzielte er mit 4,07 Metern – und blieb damit rund 50 Zentimeter unter seinem normalen Niveau. Das brachte ihm den undankbaren 4. Platz ein, ist aber auch zugleich eine Topplatzierung in einem internationalen Starterfeld.
Tags darauf standen die 100 Meter an. Nach einer weiteren Nacht fühlte er sich besser, was das Ergebnis zeigte. So stürmte er nach 13,81 Sekunden als Sechster durchs Ziel. Noch besser fühlte er sich am dritten Tag über die 200 Meter. Hier legte er nach dem Start gleich noch einen Zahn zu und durchlief die 100-Meter-Marke schneller als tags zuvor. Auch die zweiten 100 Meter konnte er das hohe Tempo halten, finishte in der tollen Zeit von 27,57 Sekunden. Diese Topzeit brachte ihn auf den 5. Platz im internationalen Feld.
Und auch ohne Edelmetall fiel Uli Wiendls Fazit positiv aus: „Trotz allem, es war toll, dabei gewesen zu sein. Es war eine ereignisreiche und erfahrungsreiche Woche – in einem tollen Team. Ich hoffe, über den Winter noch ein bisschen schneller zu werden, um dann auch international aufs Treppchen kommen zu können.“(bpf)

