EVR stockt seinen Kader wieder auf
Sicinski, Brandt und Mario Dörfler bleiben dem Regensburger Eishockey-Oberligisten erhalten. Patrick Landstorfer geht, aber Ersatz ist schon in Sicht.
Marcel Brandt
REGENSBURG. Es gibt endlich wieder Lebenszeichen vom EV Regensburg: Ein Routinier und zwei Eigengewächse, die den Weg zu Leistungsträgern weitergehen sollen, meldete der Eishockey-Oberligist gestern für seinen neuen Kader 2012/13, der bislang offiziell nur sieben Spieler umfasst hatte. John Sicinski (38) geht in ein drittes Jahr, dazu bleiben auch die Stürmer Marcel Brandt (20), zuletzt zum „Spieler der Saison“ gewählt, und Mario Dörfler (21). Mit Patrick Landstorfer (25) gibt es in der Abwehr auch einen Abgang mit unbekanntem Ziel zu vermelden.
„Von einem Sicinski erwarte ich mehr sehr viel“, kommentierte Trainer Alexej „Leos“ Sulak die Nachrichten, die Vorstand Christian Köcher gestern verbreitete. Sicinski war in der abgelaufenen Spielzeit mit 59 Punkten (23 Tore, 36 Vorlagen) knapp vor Thomas Daffner der EVR-Topskorer. „Und über einen Brandt brauchen wir auch nicht groß diskutieren“, sagt Sulak. Der Außenstürmer hatte den Durchbruch geschafft, trainierte im Endstadium der Saison mehrfach bei den Straubing Tigers und kann sich heuer im Sommertraining beim dortigen DEL-Team noch weiter empfehlen.
Mehr allerdings lässt der Klub derzeit noch nicht verlauten – auch nicht in Sachen Petr Fical (zuletzt Ingolstadt) oder Martin Cinibulk (zuletzt Passau), mit denen man vor Wochen schon vor der Einigung stand. „Es fehlt noch die Unterschrift“, sagt Köcher zu Cinibulk. Petr Fical ist derweil auf Jobsuche und will wie bekannt künftig Beruf und Eishockey verbinden. „Je nachdem, wie diese Suche ausgeht, wird sich das auch auf unser Budget auswirken“, sagt Köcher.
Das gilt vorwiegend auch für die noch zu besetzenden Ausländerpositionen. „Es hängt viel vom Finanziellen ab“, sagt Sulak eindeutig zweideutig. Einen ihm sehr gut bekannten Kandidaten hat der EVR-Trainer ganz konkret. „Ihn möchte ich unbedingt haben“, sagt Sulak. Die Klärung der zweiten Position scheint weiter entfernt.
Auch an einen Ersatz für Patrick Landstorfer ist ein Angebot raus. „Ihm hat unser Angebot nicht gefallen. Außerdem ist sein Lebensmittelpunkt nun im Raum Ingolstadt“, sagt Köcher, der vermutet, dass es Landstorfer nach Pfaffenhofen ziehen könnte. Der neue EVR-Kandidat ist jemand, den es aus Ausbildungsgründen in die Gegend verschlagen hat. „Er wäre keine schlechte Alternative“, sagt Sulak, will aber den Namen noch nicht nennen.
Aufschlüsse erhofft sich Christian Köcher auch von seiner Fahrt nach München am Samstag. Dort sollen, ja müssen bei der Mitgliederversammlung der Oberliga Saisonstart, Modus und Ligenstärken geklärt werden. „Schlimm, was da momentan wieder passiert“, sagt Sulak. „Solange jeder Verein sein Süppchen kocht, wird das nicht funktionieren.“

