Jahn Regensburg hilflos, ideenlos, ratlos
Kristl-Team rutscht nach der desolaten Vorstellung von Erfurt immer tiefer in die Krise. Binder: „Ich schäme mich, dass ich Kapitän dieser Mannschaft bin.“
SSV Jahn am Boden: Moise Bambara (unten), der Schütze des einzigen Regensburger Tores, geht im Zweikampf mit dem Erfurter Albert Bunjaku in die Knie. Foto: Eibner
Von Heinz Reichenwallner, MZ
Der Fußball-Drittligist SSV Jahn Regensburg bleibt auch nach dem elften Spieltag auf dem 18. Tabellenplatz, einem Abstiegsrang. Wie schon vor Wochenfrist bei der 1:4-Heimniederlage gegen Aue zeigte sich das Team von Trainer Thomas Kristl beim FC Rot-Weiß Erfurt erschreckend schwach und verlor ebenso verdient wieder mit 1:4 (1:2). Für die Thüringer, die den Regensburgern eine Lehrstunde erteilten, trafen Rockenbach da Silva (2.), Albert Bunjaku (50.) und zweimal Massimo Cannizzaro (19., 57.). Moise Bambara (34.) glückte der Anschlusstreffer zum 1:2-Pausenstand aus Sicht des Jahn, der mit Mersad Selimbegovic (Oberschenkelprobleme) und Petr Stoilov (Zehenbruch) zwei angeschlagene Spieler in der Startelf aufbieten musste.
Allein die personelle Not entschuldigt jedoch nicht den desolaten Auftritt der Regensburger, die ohne Mut und Elan spielten. Die stürmischen Erfurter waren eine Nummer zu groß für das biedere Jahn-Team.
Becker verhindert Desaster
Das Unheil nahm schon in der zweiten Minute seinen Lauf. Jahn-Mittelfeldspieler Alexander Blessin verlor den Ball an Rockenbach da Silva, und der Erfurter schoss aus 14 Metern unhaltbar zum 1:0 ein. In der elften Minute verpasste der gefährliche Erfurter Stürmer Albert Bunjaku aus spitzem Winkel das Jahn-Tor, fünf Minuten später machte es seine Sturm-Kollege Massimo Cannizzaro besser: Er traf per Kopf nach einer Flanke von Martin Hauswald zum 2:0. Nach zwei weiteren guten Möglichkeiten für Erfurt tauchte plötzlich Jahn-Spieler Moise Bambara, nach feiner Vorarbeit von Blessin, allein vor Rot-Weiß-Torhüter Dirk Orlishausen auf und überwand ihn mit einem Flachschuss – 2:1.
Das machte den Regensburgern spürbar Mut, und sie trauten sich nun etwas mehr zu.


