SSV Jahn 13.11.2009, 20:21 Uhr

20-jähriger Rumäne wird für Jahn-U-23 immer wertvoller

Neuzugang Ruben Popa fühlt sich beim Regensburger Landesligisten immer wohler und hat mittlerweile sieben Tore erzielt.

Vom Mittelfeldspieler zum Stürmer umfunktioniert, hat Ruben Popa seine Torgefährlichkeit bislang bei jedem Spiel gezeigt. Foto: Nickl

Vom Mittelfeldspieler zum Stürmer umfunktioniert, hat Ruben Popa seine Torgefährlichkeit bislang bei jedem Spiel gezeigt. Foto: Nickl

Von Dieter Krelle, MZ

REGENSBURG. Wenn er von der Heimat spricht, merkt man, wie sehr sie ihm fehlt. Ist aber vom Fußball die Rede, blitzen die Augen von Ruben Popa, dem 20-jährigen Rumänen, der seit seinem neunten Lebensjahr nichts anderes als Profi werden will. „Es ist ein harter Weg, aber ich werde es schaffen“, sagt der Ende Juni vom FC Schweitenkirchen zur U23 des SSV Jahn Regensburg gestoßene Kicker, der mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze des Landesliga-Dritten ist. „Für uns wird er in dieser Position immer wertvoller“, ist Trainer Ilija Dzepina froh, ihn zum Stürmer umgeschult zu haben, was ihn und Co-Trainer Martin Gradl schon einige zusätzliche Einzel-Lektionen abforderte.

„Inzwischen habe ich Spaß daran“, versichert der enorm laufstarke und technisch versierte Popa. Das Leichtgewicht (64 kg bei 1,72 m Größe) spielt nach Anlaufschwierigkeiten zuletzt immer befreiter auf. „Ich hatte viel aufzuholen. Das Training ist viel anspruchsvoller als in der Kreisliga.“ Das Verhältnis zu seinen Mitspielern stimmt: „Das sind prima Kumpels in einem echten Team“, versichert er, dass er sich gut aufgenommen fühlt.

Die Kontakte zum Jahn knüpfte seine seit sechs Jahren in Pfaffenhofen lebende Beraterin Cristina Kujath. „Wir waren auch noch mit Ismaning in Verbindung, aber der Trainer hat uns überzeugt“, sagt die rumänische Lehrerin, die diesen Beruf in Deutschland nicht ausüben kann. Ihr Gefühl für den Fußball habe sie von ihrem Vater, der Schiedsrichter war, erklärt Kujath, die Ruben von Pfaffenhofen aus zu jedem Training und jedem Spiel bringt. Selbst ohne Führerschein und Auto ist das Duo auf die Hilfe von Freunden angewiesen, die von Popas Talent überzeugt sind.

Dazu zählt auch Vater Aurel, der sich in Pfaffenhofen eine Existenz als selbstständiger Handwerker aufbaut, um seine Frau und drei in Rumänien verbliebene Kinder zu unterstützen. Er selbst weiß Ruben und dessen ebenfalls an die Ilm gekommene 15-jährige Schwester im großen Haushalt bei Cristina Kujath gut aufgehoben.

„Ich nähere mich meiner einstigen Form“, sagt der Jahn-Stürmer, der als Neunjähriger dreimal in der Woche 100 Kilometer Zugfahrt auf sich nahm, um im Nachwuchszentrum von UTA Arad zu trainieren. Drei Jahre später wurde er ins Fußballinternat aufgenommen. „Wir waren eine gute Mannschaft und haben auch bei Turnieren im Ausland gut abgeschnitten“, erzählt er, um stolz hinzuzufügen: „Zweimal wurde ich als bester Techniker ausgezeichnet.“

Der Weg zum Profi schien geebnet. Doch bevor es zum Kontrakt mit Zweitligist St. Nicolaus kam, musste dieser seinen Platz verkaufen. Also verpflichtete er sich bis 2013 bei Drittligist Nacional Sebis, was sich beim Wechsel nach Deutschland vorerst noch als Klotz am Bein seiner Profiträume erweist.

 

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