Jahn-Akteure stehen im Rampenlicht
Coach Weinzierl sieht sein Team vor der „Krönung einer sensationellen Saison“.
OBERHAUSEN.
Das 2:1 (0:0) bei Rot-Weiß Oberhausen war relativ schnell abgehakt. Beim SSV Jahn dachten die meisten schon laut an das letzte Saisonspiel am Samstag (13.30 Uhr) gegen den FC Carl Zeiss Jena. „Da kommt’s zu einem richtigen Finale, das wir uns gewünscht und verdient haben“, sprach freudestrahlend Thomas Kurz im Niederrheinstadion.
Tobias Schlauderer, sein Nebenmann im defensiven Mittelfeld, musste ebenso ins Rampenlicht, obwohl der bescheidene 28-Jährige eigentlich kein Freund großer Worte ist. Auch diesmal, obwohl er eine starke Leistung bot, wollte er seine Rolle nicht zu hoch hängen. „Wir haben alle bei Standards unsere Räume zu besetzen, und das habe auch ich gemacht“, beschrieb er unspektakulär die Szene beim Ausgleich.
Der Mittelfeldakteur des Regensburger Fußball-Drittligisten versucht überhaupt nach Spielen seiner Mannschaft in der Interviewzone unsichtbar zu bleiben, was bei einer Körperlänge von 1,87 Metern nicht ganz einfach und deshalb eher im übertragenen Sinne gemeint ist. Durch seinen Treffer zum 1:1 konnte sich Schlauderer aber als einer der Matchwinner fühlen, denn damit drehte er das Spiel in einer kritischen Phase für den Jahn.
Nach seinem Kopfballtor rannte er in Richtung Eckfahne, um sich bei dem Mitspieler zu bedanken, der maßgeblich am Erfolgserlebnis beteiligt war: Selcuk Alibaz wurde zu Recht nicht nur von Schlauderer ausgiebig geherzt, denn er war es, der mit einem raffinierten Eckball zudem den 2:1-Siegtreffer für den Jahn einleitete. Die Eckbälle auf den kurzen Pfosten, die zum Erfolg führten, seien vielfach so eingeübt, erklärte Tobias Schlauderer: „Das hat auch im Training geklappt, jetzt sind wir dafür belohnt worden.“
Man sei die Mannschaft in der Liga, die nach einem Rückstand immer wieder zurückkomme, unterstrich Jimmy Müller. „Wir geben einfach nie auf.“ Wortreich sprudelte derweil die Freude über den Erfolg aus Michael Hofmann heraus. „Die Mannschaft hat tolle Moral bewiesen und sich durch den Rückstand nicht irritieren lassen“, so der Keeper, der anstelle des gelbgesperrten Tobias Schweinsteiger die Kapitänsbinde trug. „Gegen Jena hoffe ich auf ein volles Haus“, lautete der Wunsch des 39-Jährigen, ehe er darauf hinwies, dass die sechs Stunden Rückfahrt von Oberhausen nach Regensburg an Bord des Mannschaftsbusses „jetzt sicher ganz lustig werden“.
Derweil wollten Oberhausens Spieler nur weg. Vorbei an ihren leidensfähigen Zuschauern, von denen nicht mehr viele bis zum bitteren Ende für RWO ausgeharrt hatten. „Es ist ein bitterer Moment, aber wir sind selbst schuld. Wir haben die Hausaufgaben nicht gemacht“, sagte Trainer Mario Basler, nachdem der Abstieg seines Teams in die vierte Liga besiegelt war.
„Wir sind überglücklich“, jubelte indes Jahn-Coach Markus Weinzierl: „Wir haben uns eine sehr, sehr gute Ausgangsposition geschaffen, um eine sensationelle Saison zu krönen.“

