Christian Rahns vielversprechendes Debüt
Noch ist der 33-Jährige nicht ganz fit, trotzdem zeigt sich schon, dass der jüngste Neuzugang dem SSV Jahn Regensburg helfen kann.
Standardsituationen gehören zu den großen Stärke von Christian Rahn. Gegen 1860 hat er das bereits angedeutet. Foto: Eibner
Regensburg. Ganz ohne Navigationssystem geht es für Christian Rahn noch nicht. Wenn sich der jüngste Neuzugang des Fußball-Zweitligsten SSV Jahn in Regensburg mit dem Auto bewegen will, dann braucht er noch die Hilfe des elektronischen Wegweisers. „Das Trainingsgelände finde ich aber schon ohne“, sagt er schmunzelnd. Rahns leichte Orientierungsschwierigkeiten in der Heimatstadt seines neuen Vereins sind nur natürlich – viel Gelegenheit, sich umzusehen, hatte der Last-Minute-Neuzugang der Rot-Weißen nicht.
Am Donnerstag gab es die Vertragsunterschrift und eine erste Trainingseinheit mit der Mannschaft, am Freitag ging es für den 33-Jährigen dann mit den Teamkollegen nach München zur Vorbereitung auf das erste Saisonspiel, ehe er dann am Samstag bei der bitteren 0:1-Niederlage gegen den TSV 1860 München schon das erste Mal das Jahn-Trikot trug.
Orientierungsschwierigkeiten am Platz gab es keine. Der Ex-Nationalspieler bot gegen die Löwen eine gute Partie, zeigte, dass er dem jungen Jahn-Team weiterhelfen kann – auch weil der Linksverteidiger das zuhauf hat, woran es seinen Mannschaftskollegen noch mangelt: Erfahrung. Rahn strahlte Ruhe aus, zeigte sich souverän in den Zweikämpfen und machte seinem Ruf als Meister des ruhenden Balles alle Ehre. Als er in der 21. Minute zum Freistoß antrat, hätte nicht viel gefehlt und er hätte gleich sein erstes Pflichtspieltor für die Rot-Weißen erzielt. Dass es nicht dazu kam, lag an einer Glanzparade von Löwen-Torhüter Gabor Kiraly. Es wäre das i-Tüpfelchen gewesen. Rahn selbst war mit seinem Debüt zufrieden, sieht aber noch Luft nach oben: „Weil die Kraft noch nicht ganz da ist, habe ich mich vor allem auf die Defensive konzentriert und mich mit Vorstößen zurückgehalten.“
Der gebürtige Hamburger, der mit seiner Frau und seiner Tochter in Herzogenaurach wohnt, hat Lust auf Fußball. Das merkt man bei jedem Satz von ihm und auch an der Tatsache, dass er bei seinem letzten Verein Greuther Fürth freiwillig in der U-23-Mannschaft spielte, obwohl er dies nicht gemusst hätte. Außerdem hielt er sich nach dem Auslaufen seines Vertrags bei den Franken zum Saisonende im Trainingscamp der Vereinigung der Vertragsfußballer fit.
Lukrative Angebote aus der dritten und vierten Liga hat er ausgeschlagen. „Ich wollte unbedingt 2. Liga spielen“, sagt Rahn, der seinen Anteil beitragen will, um mit dem Jahn bis zum Saisonende den Klassenerhalt zu schaffen. Bis dahin wird er sich in Regensburg dann auch ohne Navi zurechtfinden.

