Im ersten Heimspiel der Saison besiegten die Regensburger den MSV Duisburg mit 2:0. Foto: Lex
Von Claus Gehr, MZ
Regensburg. Die schönste Erkenntnis gab es nach dem Schlusspfiff. Der SSV Jahn Regensburg tanzt auch in der 2. Fußball-Bundesliga. Als die Mannschaft von Trainer Oscar Corrochanoam Sonntag den 2:0 (1:0)-Heimerfolg über den MSV Duisburg in trockenen Tüchern hatte, versammelte sie sich in schöner Drittliga-Tradition vor der Gegengerade des Stadions an der Prüfeninger Straße und führte für die Fans ihr beliebtes Freudentänzchen auf. Nicht zuletzt dank der beiden Treffer von Christian Rahn (36. Foulelfmeter) und Francky Sembolo (60.) feierte der Aufsteiger eine gelungene Heimpremiere – die ersten drei Punkte sind eingefahren.
Wie schon vor einer Woche beim Saisonstart gegen den TSV 1860 München lieferte der SSV Jahn eine richtig gute Vorstellung ab. Nur dieses Mal gab es einen ganz entscheidenden Unterschied: „Nach dem Spiel in München haben wir zwar jede Menge Lob für unsere Leistung bekommen, konnten uns dafür aber nichts kaufen. Dieses Mal hat sich die Mannschaft für ihre gute Leistung selbst belohnt“, freute sich Corrochano nach dem ersten Dreier, der die Rot-Weißen zumindest bis Sonntagabend vom vorletzten auf den siebten Tabellenplatz katapultiert.
7818 Zuschauer hatten das erste Heimspiel der Regensburger sehen wollen. „Mit der Stimmung im Stadion war ich sehr zufrieden. Es wäre aber schön gewesen, wenn noch 1000 Zuschauer mehr gekommen wären“, meinte Sportchef Franz Gerber mit Blick auf die nicht ganz voll besetzten Ränge im 12.500 Zuschauer fassenden Rund. Was noch nicht ist, kann ja in den nächsten Wochen noch werden – gerade wenn der Aufsteiger dort anknüpfen kann, wo er am Sonntag aufgehört hat.
Rot und Gelb-Rot für den Gegner
Corrochanos Schützlinge zeigten eine Leistung ohne großen Fehl und Tadel, bei der ihnen allerdings auch in die Karten spielte, dass der Gegner weite Strecken der Partie in Unterzahl bestreiten musste. Ab der 73. Minute waren es gar nur noch neun Duisburger, die sich der Regensburger Angriffe erwehrten, da sich Kevin Wolze nach wiederholtem Foulspiel eine Gelb-Rote Karte eingefangen hatte.
Strahlend blauer Himmel über dem Jahn-Stadion Foto: Scharf
Schon im ersten Durchgang hatte Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) mit Rot für Adli Lachheb einen MSV-Akteur vorzeitig zum Duschen geschickt. Nach einem Pass der Regensburger in die Spitze hatte der Innenverteidiger in der 35. Minute den enteilten Sembolo im Strafraum nur mit unlauteren Mitteln stoppen können. Der Unparteiische fackelte nicht lange: Platzverweis wegen Notbremse für Lachheb, Foulelfmeter für den Jahn. Wer in Anbetracht des verschossenen Strafstoßes gegen den TSV 1860 München schon Böses befürchtete, wurde von Rahn schnell beruhigt. Der Ex-Nationalspieler schnappte sich das Leder und hämmerte es unhaltbar für Gäste-Torhüter Felix Wiedewald zur verdienten 1:0-Führung ins Tor (36.).
Duisburgs Trainer Oliver Reck sah diese Szene später als Knackpunkt in der Partie: „Die Rote Karte hat das Spiel zwar nicht gerade auf den Kopf gestellt, aber sie hat es verändert. Bis dahin haben wir vernünftig gespielt.“ Reck erwies sich jedoch als fairer Sportsmann und gratulierte Corrochano und seiner Mannschaft zu einem „verdienten Sieg“.
Ohnehin hätte der frühere Bundesliga-Torhüter wohl keinen gefunden, der da anderer Meinung gewesen wäre. Der Jahn spielte taktisch klug, präsentierte sich wie schon in München sehr laufstark und konsequent in den Zweikämpfen. Michael Hofmann im Regensburger Tor wurde praktisch kaum geprüft, was auch daran lag, dass die Defensive zu jeder Zeit gut sortiert war.
Chancen zu Beginn der Halbzeiten
In der Offensive zeigte die Corrochano-Elf – vornehmlich zu Beginn der beiden Halbzeiten – immer wieder Drang zum Tor. In der 6. Minute setzte sich Amachaibou halbrechts durch, verzog aber dann. Und drei Minuten später kam Sembolo nach einem gelupften Pass von Rahn im Strafraum nur einen Tick zu spät.
Nach der Halbzeit hätte dann auch ein sehenswerter Angriff über Jonatan Kotzke und Philipp Ziereis einen Treffer verdient gehabt, doch köpfte Amachaibou über das Duisburger Tor (57.). Der zweite Treffer sollte dann aber schon wenig später fallen. Nach Vorarbeit von Rahn brach Amachaibou bis zur Grundlinie durch und bediente mit einer hohen Hereingabe Sembolo, der mit einer Direktabnahme das 2:0 (60.) erzielte. Danach war der Jahn zwar weiter bemüht, war aber gegen die in Unterzahl spielenden Duisburger nicht mehr so konsequent wie zu Beginn. Am Tänzchen nach dem Spiel änderte das jedoch nichts mehr.