Jahn zeigt sich selbstbewusst
Am Freitagabend spielt der Regensburger Zweitligist im Berliner Olympiastadion. Der SSV Jahn will bei der angeschlagenen Hertha einen Punkt mitnehmen. Trainer Corrochano ist optimistisch, der Pokalauftritt macht ihm Mut.
Patrick Haag (rechts) wird wohl auch gegen Berlin wieder auf der linken Seite des SSV Jahn Regensburg auflaufen. Foto: Brüssel
REGENSBURG. Wenn der SSV Jahn Regensburg am Freitagabend (18 Uhr) in der 2. Bundesliga bei Hertha BSC Berlin antritt, dann sind die Rollen klar verteilt: Hier die Gastgeber, ein ambitionierter Bundesligaabsteiger, dessen Kader mit satten 1373 Einsätzen in erster und zweiter Liga wuchert, dort die Gäste, ein unerfahrener Liganeuling, dessen Aufgebot dagegen „nur“ 510 Einsätze aufweist – die sich auch noch zum Großteil seine beiden Routiniers, Michael Hofmann (82 Bundesliga-/82 Zweitligaspiele) und Christian Rahn (117/136), teilen.
Doch mögen sich Oscar Corrochano und seine Truppe so gar nicht in die Rolle des Außenseiters fügen. „Wir haben allen Grund selbstbewusst aufzutreten“, sagt der Jahn-Coach und schiebt mutig nach: „Wir wollen in Berlin etwas Zählbares mitnehmen.“ Der 35-Jährige versprüht Optimismus, schon deshalb, weil er der Meinung ist, dass der Pokalauftritt gegen den FC Bayern trotz der 0:4-Niederlage nicht viel Veranlassung gegeben hat, um Trübsal zu blasen. Vor allem die Abwehr habe lange Zeit gut gestanden. Für Berlin erhofft er sich von seiner Defensive wieder eine ordentliche Leistung und schnelles Umschalten; Tempospiel sowie Konzen-tration im Abschluss von der Offensive.
Hertha steht unter Zugzwang
Auf keinen Fall möchte Corrochano das Mauern zur obersten Pflicht erheben. „Wir werden uns nicht hinten reinstellen, aber auch nicht ins offene Messer laufen“, lautet die Direktive, die der Trainer für die Partie im Berliner Olympiastadion ausgegeben hat. Es ist das erste Aufeinandertreffen beider Teams in einem Punktspiel. Allerdings hat die „Alte Dame“ Hertha schon einmal im Pokal (1998/99) mit 2:0 gegen die SG Post/Süd Regensburg gewonnen, deren Fußballabteilung mit dem Jahn im Jahr 2000 verschmolzen wurde. Dass die Hertha unter Zugzwang ist, weil sie keines ihrer ersten beiden Punktspiele (2:2 gegen Paderborn, 1:3 gegen den FSV Frankfurt) gewinnen konnte und dazu beim Viertligisten Wormatia Worms mit 1:2 gleich in der ersten Runde den Pokal-K.o. erlitt, sieht man bei den Regensburgern nicht als Vorteil an.

