Francky Sembolo traff zwei Mal für den SSV Jahn. Foto: Brüssel
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Regensburg. Zum ersten Mal nach dem Aufstieg des SSV Jahn herrschte in Regensburg im Stadion an der Prüfeninger Straße so richtig Zweitligastimmung. Zum ersten Mal in der Saison erzielte die Mannschaft von Trainer Oscar Corrochano mehr als zwei Tore: Nach dem 3:0 (2:0) über den FC St. Pauli vor über 12.183 Zuschauern im fast ausverkauften Stadion freuten sich die Jahn-Fans nach Treffern des starken Francky Semobolo (24./55.) und dem 2:0 von Jim-Patrick Müller (44.) über den zweiten Erfolg in Serie. „Wie in Sandhausen haben wir uns belohnen können“, meinte Corrochano hinterher und sah „einen Sieg des Kollektivs. Es ist gar nicht hoch genug einzuschätzen wie wir nach unserem schlechten Start in die Saison jetzt zurückgekommen sind.“
Vor dem Spiel war die Frage, wie der FC St. Pauli das Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Andre Schubert angeht. Mit Veränderung: Das Hamburger Zweitliga-Team trat auf vier Positionen neu besetzt an. Oscar Corrochano musste seine Mannschaft dagegen nur auf einer Position ändern: Für den kurzfristig an Grippe erkrankten Sebastian Nachreiner stand Tim Erfen in der Startformation.
Zwei Abseitstore zu Beginn
Die Partie begann durchaus unterhaltsam: Nach einer Viertelstunde stand es 1:1 – aber nur nach Abseitstoren. Auf Gastgeberseite galt der Treffer von Wilson Kamavuaka im zweiten Nachschuss nicht, weil Francky Sembola bei Oliver Heins Schuss nach einem Freistoß im Abseits gestanden hatte (9.). St. Paulis Treffer nach einem Freistoß und der Kopfball-Verlängerung von Marius Ebbers erkannte Schiedsrichter Frank Willenborg aus Osnabrück auch nicht an.
Nach 25 Minuten ging der SSV Jahn dann doch in Führung. Der überragende Oliver Hein hatte Sembolo freigespielt, der den Ball überlegt an Pauli-Schlussmann Philipp Tschauner vorbeischob. Auch Abwehrspieler Florian Mohr kam zu spät und konnte den dritten Saisontreffer des Kongolesen nicht verhindern. Bis auf einen Flatterschuss von Jim-Patrick Müller war es das erst einmal mit den Jahn-Offensivaktionen.
Der SSV Jahn führt zur Halbzeit gegen den FC St. Pauli mit 3:0. Foto: Brüssel
St. Pauli aber agierte noch viel weniger zwingend. Die beste Gelegenheit hatte noch Mahir Saglik, der Jahn-Keeper Michael Hofmann aber nicht arg in Verlegenheit brachte (36.). Stattdessen legte Müller kurz vor der Pause sogar noch das 2:0 nach: Hein kam gegen Tschauner knapp zu spät, der Ball landete vor Müllers Füßen, der gegen die schlecht aussehende Pauli-Abwehr von links ins leere Tor einschob. Eine Zwei-Tore-Führung hatte es bisher nur im ersten Heimspiel gegen Duisburg gegeben. „Das Spiel ist noch nicht zu Ende. Wir müssen abwarten“, sagte Sport-Geschäftsführer Franz Gerber dennoch zur Pause. „Aber unsere Mannschaft hat sehr, sehr gut gespielt.“
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte es St. Paulis Trainer-Interimstrio unter Führung von Thomas Meggle mit einem Wechsel: Fin Bartels kam für Christopher Buchtmann. Im Spiel aber blieb alles beim Alten: Analog zu Jahn-Tor eins kam der Ball, diesmal allerdings geschickt gespielt von Jonatan Kotzke, in die Tiefe, den wieder Sembolo zum dritten Treffer verwertete. Für die Regensburger bedeutete das Saisonrekord: Drei Tore waren zuvor noch nie gelungen.
Hofmann darf sich auszeichnen
Dazwischen durfte sich auch Jahn-Torwart Michael Hofmann wieder beweisen und zeichnete sich bei einem Saglik-Freistoß aus (65.). Saglik war der einzige Hamburger, der ein wenig Gefahr ausstrahlte, danach noch bei einem Kopfball und Flachschuss, beides in der 75. Minute.
Der SSV Jahn aber hatte die Partie gegen enttäuschende Gäste unter Kontrolle und begeisterte seinen Anhang. Ausdruck des Selbstbewusstseins war auch die erste Jahn-Auswechslung: Zunächst beorderte Trainer Corrochano Defensivmann Mario Neunaber zur Bank, brachte für Matchwinner Sembolo aber mit Ramon Machado de Maceda doch eine Offensivkraft (72.). Jonatan Kotzkes Kopfball an die Latte war der letzte große Höhepunkt in der 82. Minute.
Doch auch so herrschte Feierstimmung an der Prüfeninger Straße. „Wir haben couragiert und mutig gespielt“, sagte auch Jahn-Kapitän Andre Laurito. „Unsere Chancen haben wir genutzt und verdient gewonnen.“ St. Pauli dagegen erlebte „eine bittere Stunde“, wie es Thomas Meggle formulierte. „Wir haben den Tiefpunkt erreicht und hier auch in der Höhe zurecht verloren.“