Jahn-Bosse glauben an rosarote Zukunft
Ein Triumvirat des Klubs stand im Regensburger Presseclub Rede und Antwort: Finanziell sei alles in Butter, nur bei der Imagepflege hakt es noch.
Jahn-Präsident Ulrich Weber (l.) und Trainer Oscar Corrochano im Regensburger Presseclub Foto: Tino Lex
Regensburg. Fußball ist nicht witzig! Vor allem, wenn man Oscar Corrochano heißt. Da kann die Gesprächsatmosphäre noch so ausgelassen sein, sobald der Trainer des SSV Jahn Regensburg über das Spiel auf dem grünen Rasen spricht, wird es ernst. Mit eiserner Miene referiert er am Donnerstagabend im Regensburger Presseclub, über Abseitstore, Trainingsleistungen und Einkaufspolitik. So manche Fußball-Phrase rutscht ihm raus („Wir hatten Pech und dann auch kein Glück“) – vor allem aber hat er eine Botschaft: „Wir werden beim Jahn alles versuchen, in der Liga zu bleiben.“
Der Regensburger Fußball-Zweitligist hatte seine komplette Führungsriege zu der Podiumsdiskussion geschickt: Präsident Ulrich Weber, Finanz-Geschäftsführer Johannes Baumeister und Coach Corrochano. Nur der Sport-Geschäftsführer, Franz Gerber, ist verhindert.
Für Weber ging’s von Null auf 100
Auf dem Podium wird das Jahn-Triumvirat von MZ-Sportchef Heinz Gläser gelöchert. Der redegewaltigste der Drei, das wird schnell klar, ist der, der auch in der Vereinshierarchie ganz oben steht: Präsident Ulrich Weber. Anschaulich erklärt er in wenigen Sätzen die komplexe Vereinsstruktur. Mittlerweile gebe es 13 fest angestellte Mitarbeiter: „Das ist schon mal was.“ Er selbst sei erst vor kurzem mit dem „Jahn-Virus“ infiziert worden – jetzt steht er bereits in vorderster Front. Für den Rechtsanwalt ging es von Null auf hundert. Das sei aber kein Problem, denn sein Bereich seien vor allem Vereinsrechtsfragen und damit kennt er sich aus. Von Fußball habe er dagegen ganz, ganz wenig Ahnung: „Da oute ich mich gerne.“ Dieses Feld überlasse er ganz den Experten im Klub.
Der oberste Fußballlehrer des Jahn, Oscar Corrochano, sitzt links neben ihm. Dieser hatte der MZ bereits früher mal erzählt, dass er 24 Stunden am Tag an Fußball denke. Das hieße, er träumt auch davon. Wer ihn am Donnerstag reden hört, hält das für möglich. Das Pressegespräch wird quasi zur Spielersitzung, denn auch hier sendet Corrochano Botschaften an seine Jungs. Verletzungen, etwa seines Mittelstürmers Francky Sembolo, fürchte er nicht: „Denn jeder, der an einem Spieltag im Kader steht, genießt mein Vertrauen.“ In der Winterpause werde man sich zwar nach Verstärkungen umschauen, aber so oder so gebe es viel zu tun: „Die Mannschaft ist schon auf einem guten Weg, aber wir müssen noch weiter zusammenwachsen.“

