Das MZ-Samstagsinterview (alt) 01.05.2010, 13:55 Uhr

Max Kepler-Rozycki: „Das ist wie bei der Bundeswehr“

Max Kepler-Rozycki ist das größte deutsche Baseball-Talent. Mit der MZ spricht er über seinen Alltag als Rookie bei den Minnesota Twins, über Ballett, über Gott und seinen Traum von der besten Liga der Welt.

Das teuerste Talent Europas: Max Kepler-Rozycki, früher Spieler der Regensburger Legionäre, will sich in den USA durchsetzen. Foto: dpa

Das teuerste Talent Europas: Max Kepler-Rozycki, früher Spieler der Regensburger Legionäre, will sich in den USA durchsetzen. Foto: dpa

Fort myers/Florida. 800000US-Dollar blätterte der US-Profi-Klub Minnesota Twins für Max Kepler-Rozycki vergangenes Jahr hin: Nie zuvor wurde für einen europäischen Baseball-Spieler so viel bezahlt. Der ehemalige Spieler der Regensburg Legionäre ist in seinem ersten echten Profi-Jahr. In Fort Myers/Florida spricht Thilo Komma-Pöllath mit dem 17-Jährigen.

Die Amerikaner behaupten gerne, Europäer würden Baseball nicht verstehen. Das Spiel sei ureigene amerikanische Kultur, die man mit der Muttermilch aufsaugen müsse. Richtig?

Max Kepler-Rozycki: Ich finde, das stimmt nicht, ich hab es ja auch gelernt. Jeder kann Baseball spielen lernen, egal woher. Gerade im Baseball-Internat in Regensburg hatte ich sehr gute Trainer aus der Dominikanischen Republik oder Amerika, das ist eine wichtige Voraussetzung. Ich fand den Sport einfach geil, auch weil er in Deutschland einzigartig ist. Fußball war auch cool, aber Baseball ist cooler.

Wie haben Sie Baseball gelernt?

Meine Mutter ist zwar aus Texas, aber Sie hatte überhaupt keinen Bezug zum Baseball. Mit sechs Jahren habe ich in Berlin meine ersten Bälle geschlagen, später kam ich auf die John-F.-Kennedy-Schule, eine amerikanische Schule mit einer kleinen organisierten Baseball-Liga. Zu der Zeit habe ich fünf oder sechs Sportarten ausprobiert. Auch Fußball natürlich. Da war ich bei Hertha BSC Ersatz-Torwart und Stürmer. Ich hatte schon damals gute Hände und gute Füße, genau das was man auch beim Baseball braucht. Eine sehr gute Hand-Auge-Koordination und eine gute Beinarbeit. Das gibt’s wohl nicht so oft, dass Kinder in dem Alter mehrdimensional talentiert sind. Mit elf Jahren wurde es dann ernster, da habe ich mich ganz für Baseball entschieden.

 

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