Claudia for president
Sport und Politik? Um Himmels willen nein, das gehört doch nicht zusammen. Nie. Die aufkeimenden Diskussionen um die Ukraine als Gastgeber der Europameister? Ach, da wird doch nur Fußball gespielt, das hat mit Politik rein gar nichts zu tun. Vorbildlich verhalten haben sich die Formel-1-Fahrer und so getan, als seien sie die drei Affen: Nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen. Als hätte das eine mit dem anderen rein gar nichts zu tun: Runden drehen, Geld einsammeln und abdüsen aus Bahrain. Geht doch, oder?
Freilich: Wir lesen täglich, wann Sport und Politik sehr wohl miteinander zu tun haben, ja geradezu verschmelzen. Zum Beispiel, wenn sich erfolgreiche Sportler in die goldenen Bücher ihrer Heimatstadt eintragen und Bürgermeister sich im Glanz sonnen können. Sport verbindet halt, Sport packt die Menschen bei ihren Gefühlen, gell?
Manchmal tauchen Namen aus dem Sport auch in der Politik wieder auf, siehe die Herren Klitschko oder Gienger. Ab heute gehört Claudia Kohde-Kilsch, die ehemals Vierte der Weltrangliste aus der Tennis-Zeit der Steffi Graf, dazu. Sie tritt ihr Amt als Sprecherin der von Oskar Lafontaine geführten Linkspartei im Saarland an.
Kohde-Kilsch ist 48, war im März schon bei der Präsidenten-Wahl von Joachim Gauck Teil der Bundesversammlung, kann sich „einen besseren Mentor als Oska“ nicht vorstellen und fühlt sich jung genug, um „eine politische Karriere hinlegen zu können“. Na denn, auf dass Sport und Politik mal offensichtlichst verknüpft werden: Claudia for president!
von claus-dieter wotruba, mz

