Tim Lobinger wird Stammgast in Regensburg
Weltklassemann kommt zur Sparkassen-Gala und steht vor dem 100. Sprung über 5,80 Meter.
Lange, nachdem er als letzter Springer mit dem neuen Platzrekord von 5,72 Meter die Latte am Neupfarrplatz überwunden hatte, saßen wir immer noch mit Tim Lobinger (35), einer der schillernsten Figuren der deutschen Leichtathletik, in einem benachbarten Café und plauderten über dies und das. Was heißt „dies und das“, wenn man mit Einem zusammensitzt, der das, was er am besten kann, nicht nur ausübt, bisweilen zelebriert, vor allem aber lebt. Stabhochsprung ist Lobingers Existenz, seine Leidenschaft – und jeder Gedanke, der davon abschweift, scheint ihm lästig zu sein.
„Ich will eine Serie in Bayern kreieren, so etwas wie einen Bayerncup der Stabhochspringer. Ja, Regensburg gefällt mir gut. Ich könnte mir die Stadt gut dazu vorstellen. Am Münchner Marienplatz will ich in ein paar Monaten ebenfalls etwas machen. Fünf Springer der Weltklasse, immer der beste eines jeden Kontinents, und dann noch ein paar andere dazu. Die Kontakte habe ich schon…“, so sprudelt es aus ihm heraus und man merkt bald, dass der dabeisitzende südafrikanische Privattrainer und Manager in spé eher Angestellter der Firma Lobinger, als Richtungsweisender ist. Lobinger ist eben Profi von der Fußspitze bis zum Scheitel.
Längst ist der Disput über die Provinzstadt Regensburg vergessen, in der er seine Mittagspause während der Gala 2006 im Dach-Restaurant eines hiesigen Kaufhauses verbringen musste. Er war halt verärgert, dass ihn der Verband in ein Ausscheidungsspringen für den Europacup zwang, in dem er einfach anzutreten hatte. Das passte nicht ins Geschäftsgebaren des Unternehmers Lobinger. Bei der Gala am 8.Juni ist er wieder am Start.
Lobinger versteht sein Geschäft. Er springt nicht nur, sondern findet dazwischen auch mal die Muße, das Moderatoren-Mikro in die Hand zu nehmen und staunende Zuschauer in die Feinheiten der Stabhochsprung-Kunst einzuweisen.


