Ein neuer Schwimmverein – mehr als nur eine Vision
Die Voraussetzungen sind günstig, dass die Schwimmer der RT und des DJK Sportbunds künftig gemeinsame Sache machen. Es wäre das Ende einer langen Rivalität.
Wettkämpfe im Westbad: Künftig soll Regensburg eine bessere Rolle im Schwimmen spielen. Foto: MZ-Archiv
Regensburg.
Bislang war ein gemeinsamer neuer Schwimmverein für Regensburg nur eine Vision: gut gemeint, aber unrealistisch. Zu groß schienen über die Jahre die Widerstände in den entsprechenden Abteilungen der beiden Großvereine RT und DJK Sportbund. Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache. Bei einer Informationsveranstaltung der Turnerschaft am Samstag zeigte sich, dass die besagten Widerstände zumindest in den RT-Reihen viel kleiner sind als angenommen. Dass „zusammenwächst, was zusammengehört“, wie DJK-Chefcoach Claus Ludwig das formulierte, könnte bald zu einem großen Thema im Regensburger Sport werden.
Nach seiner Darstellung hat Ludwig die Pläne für einen „gemeinsamen Weg“ der beiden dominierenden Regensburger Schwimm-Vereine mindestens schon seit zehn Jahren im Kopf. Doch Versuche, die beiden Abteilungen zu vereinigen, kamen meist nicht über den Ansatz hinaus, wie zuletzt vor drei Jahren. „Die Zusammenarbeit wurde auf persönlicher Ebene unterdrückt“, sagte Stephan Hellwig, der stellvertretende Abteilungsleiter der RT. Dabei liegen die Vorteile einer Vereinigung auf der Hand. Das rivalisierende Nebeneinander der beiden großen Abteilungen hemmt eher, als dass es den hiesigen Schwimmsport befruchtet. Nüchtern betrachtet, reichen die finanziellen und personellen Möglichkeiten in Regensburg auf Dauer nicht mehr für beide Vereine.
„So geht es nicht weiter!“
Besonders gut sichtbar wird das in der Entwicklung der Abteilung bei der RT. Seit Jahren schon flammt immer wieder Missstimmung auf, macht das Wort Krise bei den Schwimmern der Turnerschaft seine Runde. Die Zahl der Aktiven sinkt beständig. Leistungsorientierten jungen Schwimmern blieb und bleibt meist nichts anders übrig, als irgendwann die Seiten zu wechseln und zum DJK Sportbund zu gehen. „Wir müssen das nüchtern sehen“, sagte RT-Coach Stephan Deichsel, „wir sind nicht mehr die Plattform für Leistungssport.“ Erheblich verschärft hat sich die Lage für die RT seit dem Rückzug von Chefcoach Werner Mühl und dessen Frau im September. Plötzlich tat sich eine Lücke auf, die auch heute noch längst nicht geschlossen ist. „Zwei Leute gehen, und alles fällt auseinander“, konstatierte der stellvertretende Abteilungsleiter Hellwig. „So geht es nicht mehr weiter!“ pflichtete ihm bei der Veranstaltung einer der jungen RT-Schwimmer bei.



