Bewunderung für den Michael Jordan des Billards
Der legendäre Amerikaner Mike Sigel ist zu Besuch in Regensburg. 1000 Euro an VKKK Ostbayern gespendet.
Regensburg.
Das Clixx Billardcafe ist gut gefüllt. Das Licht ist gedimmt, nur ein einzelner Billardtisch wird angestrahlt. Gegen 19 Uhr kündigt Peter Meier, ehemaliger Vorsitzender und Mitglied des Pool Billard Club Regensburg, die Kontrahenten des Abends an.
Es hat etwas von einem Boxkampf, als Herausforderer Bernd Jahnke, Lokalmatador vom BSV Straubing und zwölfmaliger Europameister, sowie Mike Sigel, Kampfname „The Mouth“, unter großem Jubel an den Tisch treten. Mit dem ersten Stoß herrscht gebannte Stille beim Publikum, dem Herausforderer steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Mike Sigel dagegen scheint locker und genießt die Aufmerksamkeit.
An diesem Samstag steht hier nicht irgendwer am Tisch: Mike Sigel, lebende Billardlegende aus den USA ist zu Gast in Regensburg und sorgt für mächtig Trubel. Wer Billard eher mit lustigen Kneipenabenden unter Freunden, aber nicht unbedingt mit Profisport verbindet, dem sei gesagt: „Mike Sigel ist der absolute Star der Billardszene. In seiner Sportart ist er vergleichbar mit Michael Jordan oder Pele“, so Edgar Nickel, ehemaliger Profispieler und langjähriger Wegbegleiter des Amerikaners.
In der Vorweihnachtszeit sind Wohltätigkeitsveranstaltungen und Spendengalas nicht ungewöhnlich, einen solchen Stargast können aber sicher nicht viele vorweisen. „Der gesamte Erlös des Abends wird der Kinderkrebshilfe zugute kommen“, sagt Peter Meier. „Für unseren Verein ist das eine große Sache und für mich persönlich geht ein Traum in Erfüllung, Mike hier zu haben.“ In nur fünf Wochen organisierte Meier den Schaukampf, zusammen mit Nickel, der den Kontakt zu Sigel herstellte.
Weit mehr als nur ein Kneipensport
Sigel ist mit seinen 57 Jahren ein alter Hase in der Billardszene. Schon als Kind stand er am Tisch und wurde so gut, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte. „Um Profi zu werden, muss man im Kind- oder Jugendalter anfangen“, bestätigt Nickel, der selbst lange Zeit in der Bundesliga spielte. „Billard ist härter, als viele denken. Man muss täglich vier bis sechs Stunden am Tisch stehen und auch Fitness und Ausdauer trainieren.“ Während eines mehrtägigen Turnieres verlieren die Sportler zwei bis drei Kilogramm an Gewicht – „allein durchs Denken“, so Nickel.



