Bei Kontaktallergie auf Schmuck verzichten
Allergien kommen oft unerwartet. Das gilt zum Beispiel wenn die Haut auf Schmuck allergisch reagiert, etwa auf den Ehering.
Manchmal kann das Symbol ewiger Treue der Haut zu schaffen machen.
Berlin/Wolfsburg. Kaum ist der Ring am Finger, fängt es an zu jucken, und die Haut rötet sich: Das kann an dem Metall liegen, aus dem das Schmuckstück gefertigt ist. „Kontaktallergien gegen Gold oder Silber sind sehr selten. Bei Schmuck ist es eigentlich immer Nickel, das Beschwerden macht“, sagte Uta Schloßberger vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Berlin dem dpa-Themendienst. „Selbst bei sehr hohen Goldanteilen ist Nickel enthalten.“
Wer am Hochzeitstag oder 24 bis 72 Stunden nach der Trauung rund um die Stelle, an der der Ring anliegt, Juckreiz und Rötungen bemerkt, sollte das Treuesymbol schleunigst absetzen. Sonst könne es zu nässender Haut, Krusten, Blasen und großen Schmerzen kommen, warnt Schloßberger. Bis sich die Anzeichen zurückbilden, dauert es je nach Schwere 3 bis 21 Tage. Es gilt auch: Der Ring sollte nicht wieder angelegt werden. Im schlimmsten Fall kann die Allergie sonst chronifizieren, also dauerhaft bleiben.
Nach Einschätzung von Schloßberger reicht es nicht aus, einen Gold- oder Silberring mit einer anderen Metallschicht zu überziehen. „Das rubbelt sich ab, und dann haben Sie den Kontakt wieder“, warnt sie und empfiehlt einen Allergietest auf verschiedene Metalle.
Auch Hans-Jürgen Wiegleb, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere, rät von einem Überzug ab. Beim sogenannten Rhodinieren wird zum Beispiel ein silberner Ehering mit einer Schicht Rhodium versehen. „Das kann man machen, aber es ist nur eine dünne Auflage, die sich mit der Zeit abreibt“, sagte der in Wolfsburg tätige Goldschmiedemeister und Juwelier. „Der Überzug hat also nur eine gewisse Dauer. Ich würde das Rhodinieren daher nicht empfehlen.“
Je mehr des für den Ring - um beim Beispiel zu bleiben - hauptsächlich verwendeten Metalls enthalten ist, desto geringer ist Wieglieb zufolge die Allergiegefahr. Am geringsten sei sie bei Gold und Platin, ein bisschen höher bei anderen Edelmetallen. „Ich würde für Eheringe 750er Gold oder mehr empfehlen“, sagte der Juwelier. Diese Zahl besagt, dass in dem Ring 75 Prozent Gold verarbeitet sind. Bei 900er Gold sind es 90, bei 585er 58,5 Prozent.
Vielfach steht das Metall Nickel im Verdacht, Kontaktallergien durch Schmuckstücke auszulösen. „Bei neuerer Fertigung ist das aber auszuschließen“, sagte Wieglieb. Denn Nickel werde von Gold- und Silberschmieden heutzutage wegen des allergenen Potenzials nicht mehr verarbeitet. „Wenn Sie aber einen alten Ring von der Mutter oder der Großmutter haben, kann es sein, dass der Nickel enthält.“

