Gesundheit - Artikel 20.04.2012, 15:37 Uhr

So schwimmen Erwachsene richtig

Beim Brustschwimmen belasten viele Menschen ihre Wirbelsäule. Doch auch Erwachsene können das Schwimmen neu lernen.


        So ist’s richtig: Über Wasser wird ein- und unter Wasser ausgeatmet.

So ist’s richtig: Über Wasser wird ein- und unter Wasser ausgeatmet.

Frankfurt/Main. Das Seepferdchen-Abzeichen zierte schon vor Jahrzehnten die Badehose, und auch die Freischwimmer-Prüfung ist lange Zeit her: Schwimmen ist hierzulande für viele Erwachsenen kein Problem. Das können sie schon ewig und springen deswegen ziemlich furchtlos in Schwimmbecken und Badeseen. Doch viele machen beim Schwimmen Fehler und belasten ihre Körper dadurch möglicherweise falsch.

„Schwimmen hat den großen Vorteil, dass dabei die Schwerkraft teilweise aufgehoben wird“, sagt Prof. Herbert Löllgen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Frankfurt. „Anders als andere Sportarten wie Joggen oder Tennisspielen belastet Schwimmen die Gelenke daher nicht so sehr.“ Außerdem stärke Schwimmen, gerade wenn man mindestens ein paar hundert Meter am Stück schwimmt, das Herz-Kreislaufsystem und könne durch das bewusste Ein- und Ausatmen sogar eine beruhigende Wirkung auf die Psyche haben.

Diese Vorteile kennen viele Erwachsene und ziehen in Hallen- und Freibädern regelmäßig ihre Bahnen. Die meisten bevorzugen dabei das Brustschwimmen. „Das ist die am meisten verbreitete Technik bei uns, weil wir sie als erste gelernt haben“, erläutert Andreas Bieder, Schwimmexperte der Deutschen Sporthochschule Köln. „Allerdings sieht man die Leute häufig in einer sehr steilen Position schwimmen.“ Das heißt: Wie bei einer Ente bleibt der Kopf immer über Wasser und das Gesäß wird Richtung Wasseroberfläche gezogen.

„Das hat aber zur Folge, dass der Nacken stark gebeugt ist und die Rückseite der Halswirbelsäule stark zusammengepresst wird, was wiederum die Halswirbelsäule belastet“, erklärt Bieder, der das Lehr- und Forschungsgebiet Schwimmen leitet. Das könne zu Verspannungen führen. „Die Halswirbelsäule ist bei vielen Menschen durch die Arbeit im Büro und am Schreibtisch sowieso belastet. Da ist es nicht unbedingt gut, wenn sie auch noch beim Schwimmen überanstrengt wird.“

 

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