Gesundheit - Artikel 29.05.2012, 19:01 Uhr

Charismatischer Inder zeigt das Heilen mit Hahnemann

Für Dr. Prafull Vijayakar ist Homöopathie wie Mathematik: Ihre Wirkung lässt sich überprüfen. So behandelt der Arzt in Indien auch Krebs und Aids.

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        Die Veranstalter und ihr Referent: (von links) Beatrix Szabo, Dr. Prafull Vijayakar und Oliver Müller Foto: Klein

Die Veranstalter und ihr Referent: (von links) Beatrix Szabo, Dr. Prafull Vijayakar und Oliver Müller Foto: Klein

Von heinz Klein, MZ

Regensburg. Mehr als 200 Ärzte und Heilpraktiker aus vielen Ländern sind im Regensburger Kolpinghaus für vier Tage zusammengekommen, um von Dr. Prafull Vijayakar zu lernen. Der charismatische Arzt aus Indien lehrt normalerweise vor ganz anderen Kulissen. Wenn er in seiner Heimat in Seminaren und Workshops zeigt, wie er klassische Homöopathie praktiziert, dann spricht er vor 2000 bis 3000 Homöopathen. Doch Dr. Vijayakar kommt gerne nach Deutschland, der Heimat von Dr. Samuel Hahnemann, jenes Mannes, dessen Lehre er für die einzig wahrhaftige hält und der er streng folgt. Dr. Vijayakar behandelt mit Homöopathie auch schwerste Pathologien bis hin zu Krebs und Aids, ebenso akute Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, genetische Defekte und psychische Erkrankungen – erstaunlich erfolgreich, wie er in vielen Videodokumentationen von Fallverläufen zeigte.

„Angst vor der Verantwortung“

Hierzulande geht man höchstens mit leichteren chronischen Krankheiten zum Homöopathen: der immer wiederkehrenden Mandelentzündung, der Allergie, vielleicht noch mit Asthma. „Doch wozu sind wir da, wenn wir keine schweren Krankheiten heilen können?“ fragte Dr. Vijayakar in Regensburg. Nach 250 Jahren heiße es immer noch, Homöopathie sei nur ein Placebo. Die Schuld gibt Vijayakar den Homöopathen selbst. „Wir haben Angst vor der Verantwortung, wir haben nicht den Mut, schwere Pathologien zu heilen.“

Der Inder hat diese Angst nicht. In seiner Heimat hat er zwölf Zentren geschaffen, Camps, in denen „Hoffnung für die Hoffnungslosen“ („hope for the hopeless“) angeboten wird. „Dort erzielen wir irrsinnige Erfolge“, berichtete er in Regensburg.

Homöpathie – „in dieser Lehre steckt Logik“, sagt Vijayakar. Für ihn ist sie Mathematik. Doch das war nicht immer so. Nach seiner Ausbildung zum Arzt war er zuerst einige Jahre als Schulmediziner und dann ohne große Erfolge als „Komplex-Homöopath“ tätig. „Mixopath“ nennt er diese Art von Homöopathie heute. „Ich hatte Hahneman zuerst nicht verstanden“, bekennt Vijayakar rückblickend. Missverständnisse seien auch der Grund, warum es so viele verschiedene homöopathische Schulen gebe. Doch nur der Erfolg am Patienten könne den richtigen Weg weisen. Für Vijayakar ist dies die Klassische Homöopathie Hahnemanns, deren Heilungsverläufe gemäß der Heringschen Regel zu beurteilen sind.


 

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