Haus und Garten 10.04.2012, 11:29 Uhr

Manche Bambusarten brauchen Kontrolle

Dachbegrünung mit Bambus ist nicht ganz einfach. Einige Sorten wuchern sehr stark – und das auch unterirdisch.


        Bambus ist ein toller Blickfang. Wenn man den Wuchs nicht kontrolliert, verliert man schnell den Überblick.

Bambus ist ein toller Blickfang. Wenn man den Wuchs nicht kontrolliert, verliert man schnell den Überblick.

Baden-Baden/Freising. Imposant soll er sein, der Bambus. Und dann am besten noch als Dachbegrünung dienen. Eine Gartenidee, die nicht ganz einfach umzusetzen ist. „Der Knackpunkt sind die spitzen und harten Rhizome, die alle Bambusarten ausbilden“, warnt Gartenbau-Ingenieur Martin Jauch von der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan. Diese unterirdischen Sprossausläufer könnten die Dacheindeckung massiv schädigen.

Mittelgroße Fargesien eignen sich auch für Dachflächen

Wer dennoch nicht auf das asiatische Grün auf Dachterrasse, Garage oder Carport verzichten möchte, sollte sich an weniger stark wachsende Gattungen halten, etwa Fargesien als klassischen Gartenbambus. Die üppige, winterharte Bambusart wird laut Experte zwar nicht sehr groß, kann aber ohne Probleme in die Mitte eines Daches gepflanzt werden, am besten mit einem Abstand von etwa einem Meter zu den Randflächen, um Kontakt mit den Dachbahnen zu vermeiden. Damit die Rhizome nicht in die Tiefe abtauchen und dort auf das Dach einwirken, empfiehlt der Experte zudem eine Substratdicke von etwa 50 bis 60 Zentimetern.

„Fargesien bilden Horste und sind deshalb überschaubar“, erklärt Jauch. Die Ausbreitung der gelblich dicken Rhizome könne gut überwacht werden, da der klassische Gartenbambus nur langsam wächst – etwa zehn Zentimeter pro Jahr, kompakt um den Ballen herum. Jauch rät, neue Halme, die sich nach oben hin aus den unterirdischen Wurzeltrieben der Rhizome entwickeln, zu entfernen und den Bambus so unter Kontrolle zu halten. Wenn die Pflanze an ihrem Platz bleibe, sei sie für das Dach ungefährlich, sagt Jauch.

Rhizome sind kaum unter Kontrolle zu halten

„Wenn aber die Ästhetik über die Funktion geht, ist das schwierig“, gibt der Experte für Dachbegrünung zu bedenken. Denn hoch wachsender Bambus wie der Phyllostachys breite sich auch unterirdisch sehr stark aus und könne mit seinen langen und schnell wachsenden Rhizomen die Dachabdichtung beschädigen.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo