Haus und Garten 26.04.2012, 19:25 Uhr

Scharfe Messer für den Anwachserfolg

Es gibt recht unterschiedliche Methoden der Veredelung: Jetzt beginnt die richtige Zeit für die sogenannte Rindenveredelung.

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SCHWANDORF. Ganz allgemein versteht man unter „Veredelung“ die Vermehrung einer Pflanze durch Übertragung eines Pflanzenteils (Edelauge, Edelreis) auf eine geeignete Unterlage. Jetzt jedenfalls ist die richtige Zeit angebrochen für Rindenveredelungen an Obstgehölzen, betont Wolfgang Grosser, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Schwandorf. Und auch dabei wird die gewünschte Sorte (Edelreis) auf den vorhandenen Obstbaum als Unterlage aufgepfropft.

„Edelreiser sind gut ernährte, einjährige Triebe, die zur Zeit der Saftruhe im Winter von einem Baum der gewünschten Sorte geschnitten und die vergangenen Monate an einem kühlen, luftfeuchten und dunklen Ort aufbewahrt wurden“, erklärt Grosser. Diese Edelreiser sind bei Obstbaumbetrieben oder regionalen Obstliebhabern erhältlich. „Auch die Kreisgartenämter geben vereinzelt Edelreiser ab oder erteilen Hinweise über den Bezug“, verrät uns Grosser.

Pfropfen hinter der Rinde

Als Standardmethode gilt das sogenannte Rindenpfropfen. „Ab Mitte April bis Mai löst sich durch den beginnenden Saftstrom die Rinde sehr leicht“, erklärt Grosser. An der Unterlage wird deshalb durch einen Längsschnitt die Rinde geöffnet. Das durch einen „Kopulationsschnitt“ versehene Edelreis (maximal drei bis vier Augen) wird so hinter die geöffnete Rinde geschoben, dass von der Schnittfläche des Edelreisers noch drei bis fünf Millimeter oben sichtbar sind. Sofort anschließend wird mit Bast verbunden und mit einem speziellen Veredelungswachs (z. B. Lauril oder Pomona) lückenlos verstrichen.

Veredelung durch Kopulation

Beim sogenannten Kopulieren sieht es etwas anders aus: „Hier müssen Unterlagen und Edelreis gleich stark sein“, betont der Schwandorfer Fachberater. Die Schnittlänge beträgt dabei zwei bis fünf Zentimeter. „Das unterste Auge des Edelreises muss dann der Schnittfläche gegenüber liegen“, gilt dabei als die Regel. Und weiter geht’s dann so laut Grosser: „Anschließend mit Bast fest verbinden und die Veredelungsstelle einschließlich der Kopfwunde am Edelreis mit Veredelungswachs verstreichen.“


 

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