Berg und Ski aktuell 10.04.2012, 11:29 Uhr

Mit der Zahnradbahn auf den Gletscher

Herrlicher Ausblick, Schneesicherheit und beeindruckende Natur machen das Jungfraujoch für Besucher zum „Top of Europe“.


        Bei gutem Wetter bietet sich über der Bahnstation Jungfraujoch ein Panoramablick auf 200 Alpengipfel. Foto: Jungfraubahnen

Bei gutem Wetter bietet sich über der Bahnstation Jungfraujoch ein Panoramablick auf 200 Alpengipfel. Foto: Jungfraubahnen

Jungfraujoch. Zugführer Thomas Lanz muss für alles gewappnet sein. Triebfahrzeuge muss er unterwegs reparieren können, nach Schneefällen wird er im Schneeräumdienst eingesetzt, seine Kenntnisse in Erster Hilfe sind genauso gefragt wie Fingerspitzengefühl bei der psychologischen Betreuung von Fahrgästen – wenn wieder einmal Touristen aus Asien die lange Tunnelfahrt unheimlich wurde. „Memmen haben hier oben nichts zu suchen“, meint er mit einem Lachen.

765.000 Touristen kamen im vergangenen Jahr mit der Zahnradbahn zum Jungfraujoch, Europas höchstgelegenem Bahnhof auf 3.454 Metern über dem Meer. Die Eröffnung der Jungfraubahn am 1. August 1912 markierte endgültig den Beginn des Massentourismus im Berner Oberland. Die eisenbahntechnische Pionierleistung hat das markante Dreigestirn von Eiger, Mönch und Jungfrau erst weltberühmt gemacht.

Mit der Bahn auf den Gletscher fahren

50 Minuten dauert die Fahrt vom Ausgangspunkt auf der Kleinen Scheidegg auf 2.061 Metern hinauf an den Ursprung des Großen Aletschgletschers. Auf der zwölf Kilometer langen Strecke überwindet die Zahnradbahn rund 1.400 Höhenmeter. Mehr als die Hälfte liegt im Tunnel. Den Vergleich mit einem U-Bahn-Fahrer will Thomas Lanz aber gar nicht hören.

Auf 2.865 Höhenmetern legt der rote Zug im Tunnel an der Station Eigerwand den ersten Zwischenstopp ein. Für fünf Minuten können die Fahrgäste sich die Beine vertreten. Der Blick schweift aus einem der drei Panoramafenster mitten in der Eiger-Nordwand hinab ins Tal bis nach Grindelwald und weiter nach Interlaken.

Beim nächsten Tunnel-Stopp auf 3.160 Meter Höhe an der Station Eismeer hat man freien Blick auf die bizarre Eis- und Gletscherwelt auf der Rückseite von Eiger, Mönch und Jungfrau. Noch bevor der Stollen der Jungfraubahn bis zum Jungfraujoch getrieben wurde, diente die Station Eismeer ab dem 25. Juli 1905 als vorläufige Endstation.


 

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