Berg und Ski aktuell 11.05.2012, 14:41 Uhr

Beim Wandern Schneefelder meiden

Nach dem schneereichen Winter rät der Alpenverein, zunächst südseitige Anstiege bis in mittlere Lagen zu wählen.


        Zu Beginn der Wandersaison sind noch Spuren des Winters sichtbar.

Zu Beginn der Wandersaison sind noch Spuren des Winters sichtbar.

München. Mit dem Frühling und den milden Temperaturen kommt bei vielen Menschen Lust zum Wandern auf. Seit ein paar Tagen haben auch schon die ersten Berghütten geöffnet. Nach dem schneereichen Winter rät der Deutsche Alpenverein (DAV) jedoch zur umsichtigen Routenplanung. „Im Gebirge muss man jetzt überall noch mit Schneefeldern rechnen. Ihr Gefahrenpotenzial wird häufig unterschätzt. Dabei kann man ziemlich schnell Fahrt aufnehmen und sich verletzen, wenn man auf dem harten Schnee ausrutscht“, sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher der Nachrichtenagentur dpa. Nicht nur das Queren, sondern auch das Umgehen von Altschneefeldern könne gefährlich sein. „Im Zweifel sollte man lieber umkehren.“

Wer im Mai bereits die Wanderschuhe schnüren will, sollte laut Bucher südseitige Anstiege wählen. „Sonnenseitig sind die Wege in Höhenlagen bis etwa 1700 Meter meist schneefrei, schattenseitig nur bis etwa 1400 Meter.“ Im hochalpinen Bereich liege dagegen noch so viel Schnee, dass die Verhältnisse selbst für Tourengeher noch gut seien. „Skitouren wird man heuer bis Mitte Juni gehen können.“ An Wanderer appelliert der Fachmann, neben dem nötigen Sonnenschutz auch warme Kleidung, eine Mütze und Handschuhe in den Rucksack zu packen. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kann es jetzt noch sehr kalt sein. Das vergisst man oft, wenn unten im Tal schon fast Sommer ist.“

Vor Beginn der Hauptsaison sollten Wanderer zudem beachten, dass viele Hütten noch geschlossen sind. Wegen des schneereichen Winters müssen laut Bucher einige Alpenvereinshütten, die normalerweise Anfang oder Mitte Mai öffnen, ihren Saisonstart verschieben. Es gibt aber auch schon ein paar, die ihre Pforten geöffnet haben. Dazu gehören nach DAV-Angaben das Staufner Haus und die Bad Kissinger Hütte im Allgäu, das August-Schuster-Haus in den Ammergauer Alpen sowie die Brunnsteinhütte im Karwendelgebirge. Die meisten Hütten starten erst Ende Mai oder Anfang Juni in die neue Bergsaison. Auf seiner Internetseite hat der DAV eine Rubrik eingerichtet, in der die Öffnungszeiten der besonders beliebten Unterkünfte aufgelistet sind.

Wie in den letzten Jahren stehen auch in diesem Sommer Bauarbeiten an einigen DAV-Hütten an. Nötig werden sie laut Bucher durch strenge Auflagen der Behörden zum Brandschutz und Naturschutz. So müssten in die zum Teil 100 Jahre alten Hütten nicht nur Brandmelder und Fluchtwege, sondern auch Trinkwasseraufbereitungsanlagen eingerichtet werden. Zudem sei der DAV verpflichtet, in seine Hütten entweder biologische Kläranlagen zu installieren oder sie an die Kanalisation anzuschließen. Auflagen wie diese stellten den Verein vor große Herausforderungen und kosteten ihn viel Geld, sagte Bucher. „Der Alpenverein und seine Sektionen geben pro Jahr 10 Millionen Euro für Hüttensanierungen aus. Das Geld reicht aber lange nicht aus für alle Baumaßnahmen, die durch diese Auflagen nötig werden.“


 

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