Rundschau Cham 26.11.2008, 09:00 Uhr

Zwingt Bürgermeister Telekom in die Knie?

Gemeindetags-Kreisvorsitzender Holmeier stocksauer auf Telekom

Auf dieser Karte zeigt Karl Holmeier, welche Gemeinden im Chambtal laut Telekom nicht mit einem schnellen Internet-Anschluss versorgt werden können. Der Bereich ist rot eingezeichnet. Foto: Koch

Auf dieser Karte zeigt Karl Holmeier, welche Gemeinden im Chambtal laut Telekom nicht mit einem schnellen Internet-Anschluss versorgt werden können. Der Bereich ist rot eingezeichnet. Foto: Koch

DSL-Anschluss auf dem Land – fast schon ein endloses Thema. Nun wird das Feuer von Karl Holmeier neu geschürt. Notfalls will er den Anschluss der Gemeinden an das schnelle Internet per Gerichtsbeschluss erzwingen.

Von Michael Koch

Weiding. Karl Holmeier ist stocksauer. Der Gemeindetags-Kreisvorsitzende und zugleich Weidinger Bürgermeister will nicht länger mit ansehen, wie Jahr um Jahr im Land vergehen, ohne dass die Telekom sich um einen Anschluss der Landkreis-Gemeinden ans Internet per schneller DSL-Leitung bemüht. „Das ist schon wirklich richtig unverschämt, was hier passiert“, sagt Karl Holmeier. „Wir wollen ja nichts Außergewöhnliches, sondern eigentlich nur gleiches Recht für alle!“

Falsche Zahlen

Ein Blick zurück zeigt, warum der Weidinger Bürgermeister so sauer ist. Bereits seit 2003 beschäftigt man sich im Chambtal mit dem Thema DSL-Versorgung. Erste Info-Veranstaltungen zeigten, wie groß das Interesse der Bürger und Firmen ist. Diverse Veranstaltungen mit Anbietern, allen voran die Telekom folgten. „Doch wir kamen damals schon nicht auf den richtigen Weg. Vor allem, weil vonseiten der Telekom mit falschen Zahlen gearbeitet wurde.“

Im Jahr 2004 wurde dann das Vorwahlgebiet 09977 mit der DSL-Technologie ausgestattet. Dadurch kam es zu einer Verbesserung für die Gemeinde Arnschwang und Teile der Gemeinde Weiding. Doch damit hatte es sich dann schon: „Wir mussten uns immer wieder von der Telekom anhören, dass sich ein weiterer Ausbau nicht lohnen würde“, erinnert sich Holmeier. Es folgten weitere Veranstaltungen – vor allem, weil auch der Druck aus den Reihen der Bürger und Firmen wuchs. Verschiedene Firmen präsentierten ihre Lösungen, aber: „Viele Investitionen wurden angekündigt – passiert ist leider nichts“, erzählt der Bürgermeister.

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