Kindergarten soll fürs Singen zahlen
Es macht nicht nur Eltern große Freude, wenn ihre Kinder fröhliche Lieder aus vollem Hals krähen. Aber diese Freude vergällt die GEMA: Sie verlangt für Liederzettel bares.
Pösing/Landkreis. Eigentlich ist die Verwertungsgesellschaft GEMA eine äußerst nützliche Einrichtung: Sie sorgt dafür, dass Komponisten und Interpreten zu ihrem Lohn ihrer musischen Arbeit kommen, wenn ihre Lieder etwa im Radio gesendet oder auf Veranstaltungen gespielt werden. Die GEMA treibt auch Gelder ein, wenn beispielsweise auf einem Fest eine Band bekannte Hits oder Schlager zum Besten gibt, die jemand anders komponiert hat. Und das wird – wenn auch hin und wieder zähneknirschend – im Allgemeinen akzeptiert.
Unverständnis
Dass aber die GEMA jetzt auch in Kindergärten die Hand aufhält, das stößt dagegen vielerorts auf großes Unverständnis. So auch in der Pösinger Kindereinrichtung St. Marien.
Dort schlüpfte vor einigen Tagen der Rodinger Sozialstaatssekretär Markus Sackmann (CSU/MdL) anlässlich der bayernweiten „Aktion Rollentausch“ in die Rolle eines Kindergartenonkels. Was den zweifachen Vater augenscheinlich auch ausnehmend gut gefallen hatte. Auch die Kinder waren ob des ungewöhnlichen Gastes schier aus dem Häuschen. Es wurde zusammen gespielt aber auch gelernt und mittags auch gemeinsam Brotzeit gemacht.
Dabei kam der Staatssekretär auch mit den Kindergärtnerinnen ins Gespräch. Und diese beklagten sich bei dem Landespolitiker über die Geldforderungen der GEMA, was die Eltern seit den letzten Wochen sehr verärgert hat.
Denn die GEMA möchte für jedes kopierte Lied, das den Kindern an die Hand gegeben werden könnte, bares Geld sehen. Dies wiederum kann sich wohl kaum ein Kindergarten leisten – auch nicht in St. Marien in Pösing.
Deswegen verzichtet der Kindergarten St. Marien seither darauf, die besagten „Liedzettel“ zu verteilen. Dies hat aber nun zur Folge, dass Eltern beispielsweise ihre Kinder nicht mehr unterstützen können bei den Liedtexten, wenn die Kinder im Text nicht mehr weiterwissen.


