Smartphone-App aus Regensburg: die Twin Towers wieder im Blick
Zwei Regensburger Programmierer gehören mit sogenannten „augmented reality“-Anwendungen zur Weltspitze.
Regensburg/New York. „doPanic“ heißt die kleine Firma von Andreas Zeitler und Daniel Dengler. „Don’t Panic war schon vergeben, also haben wir einfach doPanic genommen. Da hat man gleich ein Gesprächsthema und im anglikanischen Raum ist der ,Per Anhalter durch die Galaxis’-Autor Douglas Adams auch fast allen ein Begriff, zumindest bei den etwas nerdigeren Leuten, unter denen wir uns bewegen“, erklärt Andreas Zeitler den Firmennamen.
Passend zur „Panik“ präsentiert sich das Firmenlogo: ein Strichmännchen, das wegläuft. Der Erfolg von doPanic hat seine Wurzeln im Juli 2011. Ein Amerikaner namens Brian August sammelt für eine geplante iPhone-Applikation per Crowdfunding binnen weniger Wochen 25000 US-Dollar und doPanic bekommen den Zuschlag für die Realisierung.
Am 10. September, genau einen Tag vor dem zehnjährigen Ereignis der 9/11-Anschläge, geht die Homepage online und die iPhone-App ist im Apple-Store zu finden. „Die Idee der App ‚110 Stories‘ ist es, per Augmented Reality die Twin Towers wieder auferstehen zu lassen, die architektonische Meisterleistung wieder zurück in die New Yorker Sykline zu bringen“, erzählt Zeitler. Es sollte der Türöffner für das Regensburger Unternehmen sein. „Man kann mit Augmented Reality wahnsinnig viel anfangen, es gibt viel Entwicklung in diesem Bereich aber kaum Produkte, die auf den Markt kommen. Bis jetzt ist es eine Art Spielerei für Wenige geblieben. Wir stoßen genau in diese Lücke rein“, so Zeitler.
Das Rezept hat offensichtlich Erfolg, die Regensburger sind gefragte Entwickler, unlängst hat das schwedische Bauunternehmen Skanska eine App in Auftrag gegeben, die es ermöglicht, von Skanska geplante Projekte per iPhone oder iPad bereits jetzt in die Landschaft zu zaubern. Aus dieser Idee haben doPanic gleich ein neues Produkt geschaffen: „VUFrame“ soll es Architekten erlauben, einfacher, billiger und schneller Projektvorschläge direkt vor Ort zu präsentieren, ohne dabei auf das 3D-Holzmodell oder die guten alten Baupläne zurückgreifen zu müssen. Auffällig aber ist: die Kunden von doPanic kommen selten aus Deutschland. „110 Stories hatte ein riesen Medienecho in den USA, seitdem sind wir international anerkannt und gefragt“, erklärt Zeitler.
Den Standort Regensburg will doPanic aber nicht aufgeben. „Klar ist hier die Infrastruktur nicht so gut wie in Berlin oder Hamburg, es ist weniger Investment-Potenzial vorhanden. Aber dafür ist man im kleineren Teich schneller ein großer Fisch“, wiegt der 25-jährige Lead Developer Andreas Zeitler Vor- und Nachteile der Domstadt ab. Von Regensburg aus haben die beiden Entwickler noch viel vor.

