Geschäfte statt Stau
Fünf Jahre hat es gedauert, bis die alten Grenzabfertigungsgebäude endlich neue Bewohner bekamen.
Hundsbach/Region. Es wurde langsam Zeit. Wo vor kurzem das Gras noch kniehoch stand – weil sich niemand fürs Mähen zuständig fühlte – herrscht jetzt emsiges Treiben. Die ehemaligen Grenzabfertigungsgebäude sind verkauft, der neue Besitzer Eduard Eckenberger aus Tröstau baut gerade um. Im Gebäude selbst kann er die Räume gut nutzen, der Außenbereich wird komplett umgestaltet. Und Eckenberger freut sich schon auf den Zeitpunkt, an dem alles fertig sein wird: Wo einst Zigarettenschmuggler und Drogendealer aus Tschechien aus dem (Grenz-)Verkehr gezogen wurden und deshalb oft endlose Staus die Grenzgänger nervten, wird er ab Juli Nutzfahrzeuge aller gängigen Automarken im großen Stil vertreiben.
Erste Geschäftelaufen schon an
„Obwohl das noch niemand weiß, habe ich bereits zehn Autos verkauft“, erzählt Eckenberger, selbst ein wenig überrascht. Der gute Standort bewährt sich wohl, noch bevor der Autotransit offiziell eröffnet wird. Das gibt dem Geschäftsmann und gebürtigen Österreicher, der sein Unternehmen 2007 gegründet hat, die Gewissheit, mit Hundsbach die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn: Eigentlich wollte er an seinem Wohnort in Tröstau bauen – bis ihm Hundsbach angeboten wurde. Seit März laufen die Umbauarbeiten, es kehrt wieder Leben ein. Völlig vereinsamt war das Gebäude allerdings nicht. Eine Blaskapelle nutzt es als Proberaum. Die Musiker müssen aber nicht um ihr etwas ungewöhnliches „Vereinsheim“ bangen. Eckenberger möchte, dass sie bleiben. „Ich habe sie eingeladen, bei der Eröffnung im Juli zu spielen“, berichtet er und erzählt von unzähligen Vorbeikommenden, die interessiert nachfragen, was hier Neues entsteht. „Ein Reisender dachte, der Zoll sei noch hier. Eine halbe Stunde stand er draußen. Dann kam er rein und fragte mich verärgert, warum es nicht weitergeht“, gibt es dazu auch eine amüsante Anekdote. Eckenberger hat den armen Mann über die politische Lage an der Tschechischen Grenze aufgeklärt. Genau diese Lage hat den Geschäftsmann übrigens ebenfalls überzeugt, in Grenznähe zu gehen, denn Eckenberger möchte international tätig werden. Vier Mitarbeiter und seine Frau Roxana werden ihn dabei unterstützen. Die Hundsbacher Grenzanlage, über welche die Rundschau am 19. August 2008 mit Titel „Was wird aus Millionengrab?“ titelte, ist also endlich gut weitergegeben, wie es sich Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer erhoffte.





