Drehscheibe für den Osthandel mit Autos
Firma ATW verspricht mit einem völlig neuen Handel, 70 neue Jobs in Wiesau zu schaffen
Stellten das ATW-Projekt vor (v.l.): Bürgermeister Toni Dutz, Geschäftsführer Josef Gill und die ATW-Gesellschafter Thomas und Markus Schuller. Foto: Kurtz
Die Marktgemeinde Wiesau wird quasi über Nacht zum Auto-Drehkreuz für den Süden in Deutschland. Das hat sie der neuen Firma ATW zu verdanken, die sich niederlassen will. 70 Arbeitsplätze sollen damit neu geschaffen werden.
Von Theo Kurtz
Wiesau. Bürgermeister Toni Dutz strahlte übers ganze Gesicht, als er vergangene Woche die Führungsmannschaft und das Konzept des nagelneuen Unternehmens der Öffentlichkeit vorstellen konnte. Auf einem 60000 Quadratmeter großen Gelände soll ein Pufferlager für die Automobilindustrie geschaffen werden.
60000 Fahrzeuge
Von Wiesau aus werden die Kfz-Händler im gesamten süddeutschen Raum entweder per Bahn oder mit der firmeneigenen Transportflotte mit Autos beliefert. Rund 60000 Einheiten sollen in dem Marktflecken jährlich umgeschlagen werden. ATW-Geschäftsführer Josef Gill blickt aber jetzt auch schon in Richtung Osten. Er will von dem „Riesenparkplatz“ aus auch Kfz-Händler etwa im benachbarten Tschechien beliefern. Dass sich die Firma „Auto-Terminal Wiesau“ die Marktgemeinde für ihre automobilen Geschäfte ausgesucht hat, kommt nicht von ganz ungefähr. Gill, selbst ein gebürtiger Oberpfälzer, schätzt die zentrale Lage der Kommune im Herzen des Kontinents. Der Bahn- und der Autobahnanschluss und das günstige Lohnniveau waren weitere Pluspunkte, die für den Standort Wiesau sprachen. Außerdem ist der Marktflecken neben Krummennaab die Gemeinde mit den niedrigsten Gewerbesteuersätzen im gesamten Landkreis Tirschenreuth. Und auch die Kommune hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um Josef Gill und seinen Gesellschaftern Markus und Thomas Schuller und Josef Gill junior den unternehmerischen Start zu erleichtern. So will Bürgermeister Dutz der Bahn ein 60000 Quadratmeter großes Areal abkaufen und ATW zur Verfügung stellen. In Windeseile wurde auch das Genehmigungsverfahren durchgezogen. „Was woanders 15 Monate dauert, hat man in Wiesau in einem Vierteljahr geschafft“, lobt Gill.


