Reise & Freizeit 18.12.2009, 13:12 Uhr

Mal himmelhoch, mal abgrundtief

Dinner in den Wolken, Kaufrausch in der Unterwelt – Toronto ist über und unter der Erde ein Erlebnis, zu jeder Jahreszeit.

„Hingucker“ in Kanadas größter Stadt: das „Bügeleisenhaus“ an der Front Street Foto: von Saint-George

„Hingucker“ in Kanadas größter Stadt: das „Bügeleisenhaus“ an der Front Street Foto: von Saint-George

Von Günter von Saint-George

Toronto stürzt seine Besucher regelmäßig in einen Taumel der Gefühle, denn Kanadas größte Stadt lockt mit Höhen und Tiefen. Und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Beim Dinner im CN-Tower etwa liegt dem Besucher die Stadt zu Füßen. Gemächlich rotiert das feine Restaurant auf der Spitze des mit 553 Metern weltweit höchsten freistehenden Turms im Uhrzeigersinn. Ein Blick durch die zentimeterdicken Glasscheiben in die Tiefe könnte einem den Appetit verderben. Doch die Rundumsicht über die Häuserschluchten entschädigt auf weniger schwindelerregende Weise.

Mal himmelhoch, mal abgrundtief. Nicht nur während im Winter ein eisiger Wind durch Toronto fegt, zieht es die Menschen in ein 27 Kilometer langes Tunnelsystem für Fußgänger. Über ein unüberschaubares Sammelsurium blitzsauberer Rolltreppen geht es hinab, dorthin, wo sich endlose Passagen mit einer Vielzahl von Läden, Märkten, Restaurants, Bars und Cafés erstrecken. Shoppingpaläste strotzen nur so vor Marmor, Glas, Messing und Stahl. Mehr als 50 Gebäude wie Bahnhöfe, Kaufhäuser und Banken sind an „Path“ angeschlossen, das als größtes unterirdisches Einkaufszentrum im „Guinness-Buch der Rekorde“ einen Stammplatz hat. Damit sich keiner verirrt, zeigen bunte Wegweiser die Himmelsrichtungen an. Dennoch verlaufen sich selbst Einheimische schon mal in diesem ständig wachsenden Netzwerk unter Tage. Langfristig soll es auf 60 Kilometer erweitert werden.

Heimat für mehr als 100 Nationen

Beängstigend schon, aber nicht bedrohlich: „Toronto is safe and clean“, heißt es. Sicher, weil man auch nach Mitternacht unbelästigt seinen Heimweg findet. Und so sauber, dass einmal für Dreharbeiten zu einem Film eigens Unrat herbeigeschafft werden musste – einige der Szenen spielten nämlich in New York.


 

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