Reise & Freizeit 29.05.2012, 11:33 Uhr

Papua-Neuguinea: Reisen für Mutige

Das Land ist für den Tourismus kaum erschlossen. Wer unberührte Kultur und Natur entdecken will, ist hier aber genau richtig.


        Flug über das Hochland: Manche Dörfer in Papua-Neuguinea sind so abgelegen, dass der nächste befahrbare Fluss zwei Tagesmärsche entfernt liegt. Foto: Christiane Oelrich

Flug über das Hochland: Manche Dörfer in Papua-Neuguinea sind so abgelegen, dass der nächste befahrbare Fluss zwei Tagesmärsche entfernt liegt. Foto: Christiane Oelrich

Goroka. Ein Dschungelmädchen, das mit seinem Starrsinn ein riesiges Seeufer entwaldet. Ein Clan, der gierige Nachbarn aus Rache mit fürchterlichen Masken zu Tode erschreckt: Die Sagen in Papua-Neuguinea sind wie fast überall gruselig. Die Emotionen – Neid, Rache, Furcht, Ehre – sind in der einstigen deutschen Kolonie aber bis heute präsent wie kaum anderswo. Rituale, Feste und Tänze sind noch nicht ins folkloristische Allerleimenü für Touristen abgerutscht, sondern lebendiger Teil des Alltags.

Einblicke in ursprüngliche Kulturen gewinnen

Papua-Neuguinea, kurz PNG, gilt als „last frontier“– in etwa: das Ende der besiedelten Welt. Die Infrastruktur ist rudimentär, das Reisen teuer, aber dafür sind die Einblicke in die unterschiedlichen Kulturen des Landes spektakulär. Viele Regionen sind Tagesmärsche von der nächsten Straße entfernt. Wie der Yimas-See im Zulaufgebiet zum Sepik-Fluss. Das Gebiet lässt sich nur mit dem Boot erkunden.

Den Ruhm der Sepik-Region mehrten Ethnologen wie Margaret Mead: „Der Sepik, das bedeutet Moskitos, Krokodile, Kannibalen und Leichen, die im Wasser treiben – und ich kann versichern, dass wir das alles erlebt haben“, schrieb sie 1932. Der Fluss ist 1126 Kilometer lang und nach dem Amazonas und dem Kongo nach Wassermenge der drittmächtigste Fluss der Welt. Kannibalen und Leichen gibt es im 21. Jahrhundert nicht, aber noch immer jede Menge Krokodile und Moskitos.

Meist sind in den Einbaumbooten aus dem harten Merbauholz Frauen unterwegs, mit einem Feuerchen an Bord. „Um sich zu wärmen, zu grillen, und Zigaretten anzuzünden“, erklärt der örtliche Reiseleiter John. Wenn Besucher kommen, machen sich die Frauen mit Blüten und Körperfarbe hübsch. Das tragen sie sonst nur bei Festen. Gefeiert wird hier oft – in der Abgeschiedenheit eine willkommene Abwechslung.


 

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