Sonja Tajsich holt sich in Mexiko Platz Zwei
Beim Ironman auf der idyllischen Insel Cozumel trotzt Sonja Tajsich vielen Missgeschicken. Ein Radplatten kostet sie den Sieg.
In traumhafter Umgebung gelang Sonja Tajsich ein traumhafter Radsplit – bis die Panne kam. (Foto: Tajsich)
COZUMEL/MEXIKO. Sonja Tajsich radelte wie eine Wilde auf der Insel Cozumel in Mexiko. „Ich dachte, ich reiße den Teer auf“, sagte die Triathletin aus Eilsbrunn, die am Samstag 36Jahre alt wird. „Ich war zwei Stundenkilometer im Schnitt schneller unterwegs als die nächstbeste.“ Lange sah es nach einem vorgezogenen Geburtstagsgeschenk aus. Dann kam ein Hinterradplatten – der erste im 18. Langdistanz-Rennen ihrer Karriere. Die 20 Minuten Reparaturpause kosteten den angestrebten vierten Titel.
Doch Tajsich biss sich durch und kam hinter der Schweizer Ironman-Sieg-Debütantin Simone Benz (9:14:08) in 9:23:15 Stunden als Zweite ins Ziel. „Simone konnte nach einem schweren Fahrrad-Unfall zum ersten Mal nach drei Jahren wieder einen Marathon durchlaufen“, sagte Tajsich am MZ-Telefon. „Ich hätte gerne gewonnen, aber ich freue mich auch für sie.“
Tajsich ging mit Muskelverletzung ins Rennen
Für Sonja Tajsich war es ein Jahresabschluss, der ihr mit den 1760 Zählern für Platz zwei im Profi-Ranking fast schon den Hawaii-Startplatz für 2012 sichert. Und es war ein Jahresabschluss, der passte wie die Faust aufs Auge. Denn nach Missgeschicken wie einem Kälteschock in Abu Dhabi oder der ausgebrochenen Krankheit im 70.3-Rennen von St. Pölten ging Sonja Tajsich diesmal mit einer aufgebrochenen Muskelverletzung ins Rennen. Dazu kam „Montezumas Rache“ – Durchfall. „Ich dachte, ich kann gar nicht starten“, sagte Tajsich. „Und ich bin so stolz, dass ich mich nicht habe unterkriegen lassen.“
Obendrein erwischte Tajsich eine Schwimmgruppe, die „sogar mich zum Gähnen brachte. Ich dachte, das wird eine 1:10.“ Es wurde eine Zeit von 1:02:36 Stunden (Benz: 48:57), und nach dem Radmissgeschick und Regenschauer im Rad-Endstadium (5:13:08 zu 4:45:20) somit ein üppiger Rückstand von 28Minuten auf Benz.
Persönliche Marathon-Bestzeit
Tajsich startete von Rang fünf aus eine Aufholjagd und lieferte persönliche Marathon-Bestzeit (3:02:54) – und zwar bei jetzt monsunartigen Regenfällen. „Das Wasser stand teilweise 20Zentimeter hoch auf der Straße. Das hätte sonst unter drei werden können“, sagt Tajsich. So bleibt diese Luft nach oben eben noch für 2012. Vielleicht auch wieder in Mexiko. „Das hier ist was ganz Spezielles: reizvoll, kurzweilig, eine Idylle“, sagt Tajsich. „Ich würde gerne wiederkommen.“
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