Ein Triathlet wird zum Weltkulturerbe-Fan
Wolfgang Schumacher startet zum dritten Mal in Regensburg. Erfüllt sich diesmal der Traum des 63-Jährigen oberpfälzer Triathleten?
Ein Oberpfälzer in Südafrika: Wolfgang Schumacher beim Ironman-Zieleinlauf
Postbauer-Heng. Wenn Wolfgang Schumacher (63) beim Ironman in Regensburg an den Start geht, sehen die Zuschauer einen richtigen Fan dieser Veranstaltung. „Regensburg ist eine tolle Stadt, ich starte schon zum dritten Mal dort, mir gefällt diese Atmosphäre“, sagt er im MZ-Gespräch.
Der Höhepunkt ist für den Triathleten aus Postbauer-Heng die Laufstrecke in Regensburg, von der er sagt: „Ich kenne keine solch schöne Strecke. Es geht viermal durch die Altstadt, durch den Park und an der Donau entlang – so kann man kurzweilig Weltkulturerbe erleben.“ Zum Glück habe er kein Problem mit dem Kopfsteinpflaster, das manchen Teilnehmern zu schaffen macht. „Das Schwimmen im Guggi ist toll – wegen der Wasserqualität, nur die Radstrecke gefällt mir nicht so, sie ist sehr bergig. Aber dennoch bietet sie ein super Landschaftserlebnis, das ist einfach ein Genuss mit dem Anblick der Walhalla.“
Wolfgang Schumacher hat erst im Jahre 2002 mit dem Triathlon-Training begonnen. Damals reiste er als DATEV-Software-Entwicklungschef noch rund um den Erdball und hatte immer seine Laufschuhe im Gepäck: „Ich bin durch Großstädte wie Tokio und Seattle gelaufen und habe dort für den Triathlon trainiert“. Doch diese Odyssee ist nun vorbei und der 63-jährige befindet sich mittlerweile im Ruhestand. So verlagerte sich sein Trainingsgebiet vornehmlich in die Oberpfalz: „Hier finde ich ideale Trainingsbedingungen“, sagt er. Zu seinen Lieblingsstrecken gehören das Lauterach- und das Vilstal. In die Fränkische Schweiz fährt Schumacher nicht so gerne: „Da ist zu viel los“. Schon ein Jahr, nachdem Wolfgang Schumacher mit dem Triathlon begonnen hat, entstand die Idee, an einer Langdistanz teilzunehmen. „Ich war 2003 beim Helferstand meines Vereins Windschatten Neumarkt in Roth dabei – und da sagte ich mir: Nächstes Jahr mach ich das.“
2004 war es dann soweit: „Die Teilnahme kam viel zu früh“, sagt Schumacher im Nachhinein, „aber ich bin ins Ziel gekommen – in 14 Stunden!“ Mittlerweile liegt sein Rekord auf der Langdistanz bei 12:20 Stunden. „Mein Traum ist, einmal unter 12 Stunden zu laufen – aber das wird immer schwieriger“. In Regensburg wäre er schon mit einer Zeit zwischen 12 und 13 Stunden zufrieden, denn Schumacher hat wegen eines Rad-Unfalls noch ein wenig Trainingsrückstand.

