Für ihn müssen es nicht immer Nudeln sein
Lokalmatador Sebastian Gaßner über Ernährungsmythen und seine Vorbereitung. Er macht aber auch klar: „Wir sind keine Mönche“.
Sebastian Gaßner freut sich auf den Ironman Regensburg. Seine Freundin Evi Weinberger unterstützt ihn dabei.
Sebastian, du hast mittlerweile mehr als fünf Jahre Triathlon-Erfahrung. Hand aufs Herz: Hängen dir die ewigen Nudeln nicht langsam zum Hals raus?
Es gibt da einen schönen Spruch: „Run to eat and eat to run.“ Jedoch wird es oft recht überspitzt dargestellt. Als Sportler-, auch im Leistungsbereich, isst man sicherlich etwas mehr Kohlenhydrate als ein klassischer Couch-Potato, jedoch nicht zwingend immer nur Nudeln. Jeder Sportler kriegt mit der Zeit ein Gefühl dafür, was dem eigenen Körper gut bekommt und was nicht, oder eher weniger. Die Mischung macht’s also ausgewogen – nicht zu viel und ab und an auch mal ein Big Mäc – wir sind ja keine Mönche.
Wie sehr achtest du auf deine Ernährung?
Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil im Leistungssport. Hat man zusätzlich noch die falschen Gene, setzt man auch unter regelmäßigem Training noch recht schnell an... Müsste ich jeden Tag Kalorienzählen und die Nährwerttabelle durchlesen, würde mir der Spaß recht schnell vergehen.
Faris al Sultan, der erste Gewinner des Ironman Regensburg, beginnt seine Tage mit Vollkorntoast, Eiern, Putenbrust, Frischkäse und Saftschorlen. Mittags gibt’s dann Nudeln mit Thunfisch oder Reis und Burritos – und Abends Steak oder Fisch und Salat. Was isst du gerne in der Vorbereitung?
Hmmmh, das klingt ja nach nem ganzen Aldi, was der Herr Faris jeden Tag isst. Aber selbst bei ihm sieht man, die Mischung macht’s. Da ich eine Fruktose-Unverträglichkeit habe, muss ich mich etwas einschränken bzw. kann Obst und bestimmtes Gemüse nur dann essen, wenn keine sportliche Belastung folgt – und das ist selten oder kurz vor dem Zubettgehen. Darum beginne ich meinen Tag mit selbst gebackenem Brot (Eiweiß-Quark-Vollkorn-Brot) mit Frischkäse, manchmal Schinken und immer mit Nutella, dazu Kaffee und Wasser. Mittags gibt es etwas Warmes – also Risotto, Nudeln oder mal nen süßen Auflauf oder Kaiserschmarrn. Abends esse ich einen großen Salat mit Omelett oder Ananas mit Joghurt.
Was essen Eisenmänner am Wettkampftag – vom Frühstück bis zum Zieleinlauf?
Der Tag beginnt sehr früh: Frühstück um 4.45 Uhr mit wenig Ballaststoffen, also kein Vollkorn. Auf Gels vor dem Schwimmstart verzichte ich. Um 7 Uhr schmecken mir die Dinger nicht. Auf dem Rad gibt‘s dann erst mal etwas zu Trinken und eventuell eine Käsesemmel. Ab der zweiten Radrunde wird sich dann verstärkt mit Gel und Energie-Riegeln verpflegt. Auf der Laufstrecke gibt’s Cola, Salzstangen und Gels. Jedoch nicht zu viel – sonst geht es nach hinten los.

