Evergreen geht in die nächste Runde
Wenn die Legionäre wie heute und am Samstag gegen Mainz spielen, ist das etwas Besonderes.
Evan LeBlanc hat seine Flaute bei den Buchbinder Legionären überwunden und wird immer besser. Foto: Eisenhuth
REGENSBURG.
Es ist eines der großen Prestige-Duelle in der Baseball-Bundesliga. Wenn Regensburg wie heute (19 Uhr) und am Samstag (14 Uhr) auf Mainz trifft, geht es zumeist heiß her. Enge Spiele sind fast garantiert. Extra-Innings, Rangeleien, Feldverweise, Titelentscheidungen – all das bekamen die Zuschauer beim Aufeinandertreffen der Erzrivalen schon zu sehen.
Seit 1995 spielen die Schwabelweiser in der ersten Liga. Mainz ist noch vier Jahre länger ständiger Erstligist. Beide Mannschaften zählen zu den Urgesteinen. Jahr für Jahr kreuzen die Legionäre und die Athletics die Klingen. Während die Gäste anfangs als Angstgegner der Regensburger galten, hat der Meister dem Champion von 2007 mittlerweile den Rang abgelaufen.
Drei Meisterschaften haben die Mannen von Trainer Martin Helmig inzwischen geholt. Bei den Rheinhessen dagegen steht ein Titel zu Buche. Dieser ist eng verbunden mit der schmerzlichsten Niederlage in der Vereinsgeschichte der Legionäre, die im Meisterschaftsfinale eine 2:0-Führung verspielten und vor eigenem Publikum als Verlierer vom Feld gingen.
Am Wochenende wird ein neues Kapitel geschrieben. Beide Teams gehen mit unterschiedlichen Vorzeichen in die Partien. Die Buchbinder Legionäre eroberten am letzten Spieltag mit einem Doppelsieg gegen Stuttgart (8:3, 9:4) die Tabellenführung zurück. Bis dahin war Mainz an der Spitze. Die Athletics kassierten bei den Heidenheim Heideköpfen aber zwei Pleiten (1:7, 4:13) und wurden bis auf Rang drei durchgereicht.
Für den Titelverteidiger gilt es nun, den Aufwärtstrend zu bestätigen. Die Gäste wollen die jüngste Misere stoppen. Beide trennt in der Tabelle lediglich ein Sieg. Geht es nach Legionäre-Trainer Martin Helmig, sind es nach diesem Wochenende deren drei. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, weicht der Erfolgscoach auch vor dem Spitzenspiel nicht von seinem Motto ab.
Dafür baut Helmig in der ersten Begegnung wohl wieder auf seinen stärksten Werfer Mike Bolsenbroek. Der Niederländer kam gegen Stuttgart nur zu einem Kurzeinsatz und kann ausgeruht in die heutige Partie gehen. Der Ex-Profi wurde vergangene Woche glänzend von Philipp Hoffschild vertreten. Auch der Routinier scheint langsam zu seiner Form zu finden.
In guter Verfassung befindet sich auch US-Import Justin Kuehn. Der 24-Jährige spielte zuletzt durch und verbuchte in neun Innings elf Strikeouts. Eine ähnliche Leistung sollte der Kalifornier auch gegen Mainz abrufen. Mit Pat Haugen haben die A’s einen der besten Pitcher für das zweite Spiel (Samstag, 14 Uhr) in ihren Reihen. Im Hinspiel erlitten die Legionäre gegen den US-Amerikaner ihre erste Saisonpleite. Dass sich dies nicht wiederholt, soll auch die Offensive der Regensburger bewerkstelligen. Der beste Schlagmann der letzten Saison, Evan LeBlanc, hat seine Flaute überwunden. Ludwig Glaser, Matt Vance und Christopher Howard überzeugten in der Hinrunde mit starken Leistungen.

