Waldspaziergänge 16.08.2011, 09:09 Uhr

Spaziergang über ein Symbol

Der Cerchov ist für Landrat Franz Löffler ein besonderer Berg, mit dem er viele Eindrücke und Erlebnisse verbindet.


        Den Blick in Richtung Landkreis gerichtet: Landrat Franz Löffler und Redakteur Martin Hladik vor einem der Cerchov-TürmeFotos: B. Franz

Den Blick in Richtung Landkreis gerichtet: Landrat Franz Löffler und Redakteur Martin Hladik vor einem der Cerchov-TürmeFotos: B. Franz

Von Martin Hladik

Landkreis. „Staatsgrenze“ steht in fetten Lettern auf dem weißen Schild. Hinter uns der schwarz-rot-goldene Pfahl mit dem Bundesadler. Wir reden über die Zeit vor der Grenzöffnung und gehen immer weiter. „Jetzt sind wir über die Grenze gegangen, ohne weiter darüber nachzudenken“, sage ich nach ein paar Metern.

„Ja, jetzt denkt man nicht mehr darüber nach. Aber in den ersten Jahren war das schon eine besondere Situation“, sagt Franz Löffler. Der Landrat und ehemalige Bürgermeister von Waldmünchen geht mit mir über den Cerchovsteig bergan. Gerade hat Löffler noch erklärt, dass für ihn wie für jeden anderen bis vor 20 Jahren an der Grenze jeder Spaziergang oder jede Radtour beendet gewesen sei. „Wir sind auf dem Grenzverlauf gefahren, aber wir konnten nicht rüber“, sagt Löffler. Und jetzt sind wir, ohne die Grenztafeln besonders zu beachten, über die Grenze gegangen, die noch vor 20 Jahren unüberwindbar war.

Franz, 18 Uhr, Cerchov

Welche Verbindungen es über die Grenze hinweg mittlerweile gibt, macht eine Nachricht deutlich, die in den Waldboden geritzt ist: „Franz, 18 Uhr, Cerchov“. Jan Benda hat die Nachricht hinterlassen. Der Forstdirektor der Stadt Domažlice wollte uns darauf hinweisen, dass er schon zum Turm weiter sei, weil er nicht länger auf uns warten wollte. Dann hat er aber dennoch gewartet. Eine halbe Stunde sind Franz Löffler und ich hinter der Zeit. Zum Teil, weil der Reporter beim Waldspaziergang zu viele Fragen hat, zum Teil, weil Löffler viel über den Cerchov weiß. Etwas über den Kohlenmeiler am Fuße des Berges, über Siedlungsreste auf halber Berghöhe, über die Bildl-Buche oder über das dahinterstehende Kunstwerk aus Wasserleitungsresten und seine Bedeutung für die Waldmünchner Quellen. All dies hat Zeit gekostet. Dennoch hat Benda gewartet.


 

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