Selbst wenn das Wetter nicht perfekt ist – die Trekkinggruppe fährt.
Von Julia Schnorrer
Klardorf.
Als sich der Radsport Ende der 80er-Jahre immer größerer Beliebtheit erfreute, waren die Klardorfer schon aktiv mit dabei: Seit 1921 – mit einer Unterbrechung von 1933 bis 1950 – unternimmt der RKB Solidarität Klardorf seine Touren. Inzwischen sind es 152 Mitglieder, die zwischen 16 und 80 Jahre alt sind.
Karlheinz Salzl, 1. Vorsitzender seit 2007, hat vor 17 Jahren dank eines Arbeitskollegen angefangen. „Fahr doch mal mit“, habe dieser gesagt. „Ich habe es dann zuerst daheim ausprobiert, bevor ich zur Rennradgruppe gekommen bin“, erzählt der Vorsitzende. Die Leidenschaft für die Sportart ist nach eineinhalb Jahrzehnten noch nicht verflogen: „Man geht zur Hoftür raus und auf geht‘s!“ Bei kaum einem anderen Sport sei man so flexibel, wie beim Radfahren, betont Salzl. Zeitintensiv sei sie auch nicht, da jeder selbst bestimmen könne, wie viel er tue. „Es ist eine leichte Sportart, der Körper sitzt auf dem Sattel, man muss ihn nicht tragen“, fügt der Vorsitzende noch hinzu. Zudem sei Radfahren gelenkschonend und bis ins hohe Alter praktizierbar. Zu alt um anzufangen ist ebenfalls niemand.
Neben der Rennradgruppe existiert außerdem die 68-köpfige Trekkinggruppe, die einmal wöchentlich am Donnerstag um 16 Uhr vom Sportheim Klardorf aus zu Radwandertouren in die nähere Umgebung aufbricht, Einkehr nach rund 20 Kilometern inklusive. Ohne Helm laufe dabei nichts, aus Sicherheitsgründen. Große Unfälle habe es jedoch in den vergangenen Jahren nicht gegeben.
Radfahren hat keine Altersgrenze
Die Trekkinggruppe zeigt: Radfahren setzt keine Altersgrenze: „Zwei 80-Jährige sind da auch dabei!“ Und einer davon hatte 2011 sein 60-jähriges Vereinsjubiläum –eine beachtliche Zeit. „Radfahren macht genauso süchtig wie jeder andere Sport auch“, gestand Salzl. Was die Touren betrifft, laufe alles sehr „legere“ ab: „Es soll ja ein Hobby bleiben.“ Der Tourleiter legt die Strecke fest, die gefahren wird, doch nichts halte die Gruppe davon ab, einmal eine andere Straße zu fahren, als vorgesehen.
Die Rennradler machen sich zweimal pro Woche auf den Weg, seit September jedoch nur mehr einmal, und zwar samstags, um 14 Uhr, da es abends inzwischen schnell dunkel werde. „Je nach körperlicher Verfassung und Trainingsstand“, so Salzl, können Mitfahrer jedes Mal aufs Neue entscheiden, in welcher der drei Leistungsgruppen sie mitfahren. In zwei bis zweieinhalb Stunden würden so 50 bis 100 Kilometer zurückgelegt. Von Amberg über Regenstauf, Kallmünz oder Rötz, die Gegend bietet vieles.
„Mit dem Auto lernst du da nichts kennen!“ Auf dem Rad würde man die Natur und die Ortschaften, die die Fahrer passieren, mit völlig anderen Augen wahrnehmen, betont Salzl. „Ich entdecke heute immer noch neue Strecken, und das nach 17 Jahren!“
Körperlich fit müsse man für die Rennradler schon sein. Da stimmt auch Karlheinz Salzl zu: komplett von null anfangen, das müsse jeder selbst, das gehe in der Rennradgruppe nicht. Man könne sich bei der Trekkinggruppe versuchen, und zusätzlich daheim trainieren. Eine Besonderheit: „Gefahren wird immer.“ Die ganz Eisernen seien auch immer vor Ort, egal bei welchem Wetter.
Ein Höhepunkt im Jahr ist immer die Busradreise, die die Teilnehmer mehrfach ins europäische Ausland geführt hat. Nach fast sieben Monaten zwischen Trekking, Rennrad und sonstigen Sportveranstaltungen wie dem Arberradmarathon oder der Sellarunde endet Mitte Oktober schließlich die Radsaison. Winterschlaf heißt es deshalb lange nicht: Das Fahrrad mag Pause machen, doch die Solidarität-Mitglieder schnüren die Wanderschuhe. Zudem würde der Fokus immer mehr aufs Gesellschaftliche gerückt. Am 22. Oktober stehe der Saisonabschluss an, sagt Salzl, die Mitgliederversammlung stehe noch an und mit einer Silvesterwanderung und einer Feier begeht der Verein das Jahresende.
Natürlich muss der Saisonstart auch gefeiert werden, im März folgt dann das Jahresprogramm, das auch Nichtmitglieder bei der Vorstandschaft anfordern können und Anfang April schwingt sich die Solidarität wieder auf die Räder.
90 Jahre Solidarität Klardorf
Ein weiteres Ereignis steht bereits 2011 noch an: das 90-jährige Vereinsjubiläum. Der Dachverband feiere nur Geburtstage, die durch 25 teilbar sind, erklärt Karlheinz Salzl, doch sie ließen es sich nicht nehmen, intern einen Festabend zu veranstalten.
Lust bekommen? Nichtmitglieder sind jederzeit willkommen, ob mit oder ohne Rad. „Jeder wird sofort integriert“, versichert Salzl aus eigener Erfahrung.
Solidarität Klardorf:
Seit 1921 existiert der Rad- und Kraftfahrerbund (RKB) Solidarität Klardorf. Insgesamt gehören 152 Sportbegeisterte dem Verein an.
Knapp 70 beteiligen sich an der Trekkinggruppe, der Radwandergruppe. Sie erkunden donnerstags ab 16 Uhr die Umgebung, inklusive Einkehr.
In drei Leistungsgruppen finden sich 36 Sportler zur Rennradgruppe zusammen, die ab September samstags, 14 Uhr, sonst zweimal wöchentlich zwischen 50 und 100 Kilometer zurücklegt.
Ab Mitte Oktober endet die Radsaison und der Verein konzentriert sich auf Wandern und die Geselligkeit.
Interessierte sind gerne gesehen. Diese können sich an Karlheinz Salzl oder ein anderes Mitglied wenden.
Sie sind auch in einem Verein aktiv und möchten diesen in der MZ vorstellen? Dann schreiben Sie eine E-Mail an schwandorf@mittelbayerische.de!