USA: Experten erwarten landesweite Aussetzung der Todesstrafe
Die Todeszelle des berüchtigten Huntsville-Gefängnisses in Texas
Das Oberste Gericht der USA hat erneut die Exekution eines Häftlings blockiert. Damit wird ein landesweites Hinrichtungsmoratorium immer wahrscheinlicher. Wie die „Washington Post“ am Donnerstag berichtete, setzte der Supreme Court am Mittwoch (Ortszeit) die Hinrichtung des verurteilten Mörders Christopher Emmett im Bundesstaat Virginia nur vier Stunden vor dem Vollzug aus. Der Häftling hatte zuvor in einer Beschwerde bei der höchsten Instanz geltend gemacht, dass die Hinrichtung mit der Giftspritze extreme Schmerzen verursache und deshalb als grausame und ungewöhnliche Strafe gegen die Verfassung verstoße.
Bereits zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Hinrichtung eines Gefangenen in Texas blockiert. Im kommenden Jahr will der Supreme Court anhand der Eingabe eines Häftlings in Kentucky grundsätzlich über die Zulässigkeit der Giftspritze entscheiden. 37 der 38 Bundesstaaten, in der die Todesstrafe eingesetzt wird, hatten sie bisher als Haupthinrichtungsmethode gewählt. Inzwischen haben aber bereits mehr als zehn Bundesstaaten die Exekutionen aufgrund gerichtlicher Eingaben von Häftlingen ausgesetzt. Die „Washington Post“ zitierte Experten mit den Worten, dass das Eingreifen des Supreme Court praktisch ein US-weites Moratorium bis zu der endgültigen Entscheidung einläute.



