Weiterer Waldorfschullehrer wegen Misshandlung verurteilt
Ein Schild an der Fassade der Freien Waldorfschule Kempten.
Das Amtsgericht Kempten hat einen weiteren Lehrer der örtlichen Waldorfschule wegen der Misshandlung von Schülern zu einer Geldstrafe von 7800 Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 56-Jährige zwei Schüler mit den Köpfen zusammen geschlagen hat, wie ein Gerichtssprecher heute sagte. Zudem hatte der Pädagoge einen seiner Schützlinge zwei Mal so heftig an den Ohren gezogen, dass diese hinten einrissen und bluteten. Die Verteidigung des Lehrers hatte in einer Erklärung den Tatvorwurf eingeräumt.
Gegen einen zweiten Lehrer stellte das Gericht ein Körperverletzungsverfahren wegen dessen Schuldeinsicht ein. Er muss aber eine Geldbuße in Höhe von 1500 Euro an zwei gemeinnützige Vereine zahlen. Der beschuldigte Pädagoge hatte zugegeben, mindestens ein Kind gezüchtigt zu haben und sich für sein Fehlverhalten entschuldigt.
In der vergangenen Woche war ein Kemptener Waldorfschullehrer zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt worden. Fünf weitere Pädagogen der Schule müssen sich in den kommenden Wochen noch vor Gericht verantworten. Sie sollen Schüler an den Ohren gezogen, Ohrfeigen ausgeteilt oder Kinder mit dem Kopf gegen die Tafel gestoßen haben. Gegen weitere sechs Lehrer sah das bayerische Gericht von einer Anklageerhebung ab, weil die Vorfälle verjährt sind oder ein Tatnachweis nicht schlüssig zu führen wäre.



