Top-Story 13.05.2009, 20:03 Uhr

Regensburg: Protestzug gegen Studiengebühren

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Auf dem Neupfarrplatz fand eine Kundgebung statt (Foto: altrofoto.de).

Auf dem Neupfarrplatz fand eine Kundgebung statt (Foto: altrofoto.de).

„No, we can’t“: 2000 Studenten haben gestern in Regensburg Studiengebühren eine Absage erteilt. Trommelnd und pfeifend zogen sie von der Universität zum Neupfarrplatz und skandierten für die Abschaffung der „Uni-Maut“. Sie waren Teil einer bayernweiten Protestaktion, bei der gestern 13000 Studenten auf die Straße gingen – so das Aktionsbündnis „Studieren ohne Studiengebühren“, das zu den Protesten aufgerufen hatte.

Studiengebühren verstärkten soziale Ungleichheiten und schreckten vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien ab, ein Studium aufzunehmen, hatte der Regensburger Sprecherrat zum Auftakt erklärt – und damit die Demonstranten hinter sich. Es sei unglaublich, dass der Staat so wenig Geld für Bildung übrig habe, begründete eine Studentin ihre Teilnahme. „Ich kenne Leute, die nicht studieren, weil das Geld fehlt“, so ein Student. Die Zinsen für die Darlehen seien nicht sozialverträglich und schränkten das Recht auf freie Berufswahl ein. Es gab aber auch die Studienkollegen, die sich nicht anschlossen. „Gebühren sind mir lieber als keine Bücher und ein undichtes Dach“, argumentierte eine Studentin in der Cafeteria. Sie sei als Geschwisterkind von Zahlungen befreit, so ihre Freundin.

Für die Demonstranten kein Argument. Die Befreiungen seien Beschwichtigungen, betonte der Sprecherrat bei der Kundgebung auf dem Neupfarrplatz. „Wir wollen aber keine Beschwichtigungen, sondern die Abschaffung!“ Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch müsse sehen, dass Studiengebühren sehr wohl Thema in Bayern seien. Heubisch hatte kürzlich vor dem Landtag erklärt, dies sei nicht der Fall – eine Aussage, die ihm Studenten landesweit übel nahmen.

Die Landtagsabgeordneten Margit Wild (SPD) und Maria Scharfenberg (Grüne) sowie Stadträtin Irmgard Freihoffer (Linke), auch Vorsitzende der Oberpfälzer Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, stellten sich hinter die Demonstranten. „Geht auch weiter für euer Anliegen auf die Straße. Wir werden euch unterstützen.“

 

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