Auch der Rhabarber darf im Klostergarten nicht fehlen
In der Klosterküche wird das Gemüse gerne verwendet. Zu Christi Himmelfahrt gibt es viele Rezepte.
Pater Benedikt im Gemüsegarten des Klosters Weltenburg Fotos: Röhrl
Weltenburg.
Das Fest Christi Himmelfahrt wird in der Liturgie der katholischen Kirche traditionell als Hochfest begangen. So auch am vergangenen Donnerstag. In den Jahrhunderten davor haben sich zu solchen Anlässen Bräuche gesellt, die die theologischen Aussagen ins Profane übersetzen, sie sinnfällig machen und bekräftigen sollten.
Mit der Zubereitung von sogenanntem „Fliegenden Fleisch“ knüpften Köche und Hausfrauen traditionell an das Bild des in den Himmel abfliegenden Christus an. „Des Herren Auffahrt“, wie es in einem alten Kochbuch heißt, sollte auch im Leben einen angemessenen Ausdruck finden. Daher auch der Name: Auffahrts- oder Himmelfahrtsvögel. Hendl, Ganserl, Enten, Tauben … – die gesamte Geflügelpalette war himmelfahrtstauglich. Sofern kein Geflügel zur Verfügung stand – was in schwierigen Zeiten und ärmeren Schichten häufig der Fall war – hat die menschliche Fantasie für Ersatz gesorgt: „Brotvögel“ wurden erfunden – vogelartig geformte Brotlaiberl. In manchen Gebieten wurden sie sogar geweiht und an Schulkinder verteilt. Das vergangene Kirchenfest habe ich zum Anlass genommen, mich wieder in den alten Rezepturen des Klosters umzusehen und bin auf ein sehr appetitliches Rezept gestoßen: Gebratene Entenbrust mit Rhabarbersauce und Kartoffeleckerl.
Die Kartoffeln waschen, mit Schale in Salzwasser kochen. Die gegarten Kartoffeln komplett auskühlen lassen und anschließend vierteln. Rhabarber waschen, schälen und in ein Zentimeter-Scheiben schneiden. In einer Pfanne mit etwas Butter andünsten. Die Entenbrüste salzen, pfeffern und in einer Pfanne mit Sonnenblumenöl auf der Hautseite anbraten. Nun für zwölf Minuten bei 140 Grad in den Ofen geben. Anschließend 15 Minuten ruhen lassen. Die Kartoffelecken in Butterschmalz goldbraun braten. Salzen und etwas pfeffern.
In der Zwischenzeit den Bratensatz der Entenbrüste in der Pfanne mit Madeira ablöschen. Etwas reduzieren lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Rhabarber vermengen. Ein paar frische Himbeeren dazufügen. Die Entenbrust noch einmal kurz braten, etwas nachwürzen, in Scheiben schneiden, mit den gebackenen Kartoffelecken und der Rhabarbersauce anrichten und mit frischen Kräutern garnieren. Die leichte Säure des Rhabarbers und die süßen Himbeeren ergänzen sich wunderbar.
Als Nachtisch ein Stück vom Rhabarber-Rührkuchen. Ich wünsche guten Appetit!

