US-Präsidentschaftswahl 2012 - Artikel 27.08.2012, 15:36 Uhr

Romney will großen Coup landen

US-Parteitage erscheinen mitunter wie eine Mischung aus Krönungsmesse und Popkonzert. Kann Romney die eigene Basis in Schwung bringen?

Die Parteitage und ihr Rahmenprogramm gleichen Popkonzerten. Aber wird Mitt Romney der große Star auf der Versammlung der US-Republikaner?

Die Parteitage und ihr Rahmenprogramm gleichen Popkonzerten. Aber wird Mitt Romney der große Star auf der Versammlung der US-Republikaner?

Washington. Mitt Romney (65) steht in den Umfragen gar nicht schlecht da. Wenn er Glück hat, kann er US-Präsident Barack Obama im November besiegen. Einen großen Nachteil hat der Republikaner allerdings, und der kann ihm bei den Wahlen den Triumph kosten: Romney gilt als hölzern und langweilig.

Der Republikaner-Parteitag in Tampa in Florida ist vor allem ein Test, ob Romney über seinen eigenen Schatten springen kann. Gelingt es ihm, das eigene Parteivolk endlich in seinen Bann zu ziehen? Schafft er es, Siegesgewissheit zu verbreiten? Wenn nicht, ist die Wahl schon halb verloren.

Parteitage in den USA sind anders als in Deutschland. Weniger Papier, weniger Programmdebatten – dafür mehr Luftballons, flotte Musik und emotionale Reden. Und natürlich alles zur Prime Time, zur besten TV-Sendezeit. Die großen Auftritte der Matadoren sind daher in Tampa jeweils erst am Abend geplant – damit Millionen Amerikaner live dabei sind.

Überhaupt, das Spektakel wird nicht zuletzt für die Medien inszeniert: 15 000 Journalisten sind laut offiziellen Angaben für die drei Tage angemeldet. Das bedeutet drei Reporter auf einen Delegierten. Die Journalisten müssen sich davor hüten, sich in den Wandelhallen des Konferenzgebäudes gegenseitig zu interviewen.

Die Aufgabe, die ihm bevorsteht, ist für Romney nicht gerade einfach. Zwar gelang es ihm bisher, seine Botschaft „Jobs, Jobs, Jobs“ brav an den Mann zu bringen. Doch der zündende Funke fehlt. Noch ist seine Kampagne ohne Leidenschaft, ohne Feuer.

Eine echte Wendestimmung ist unter Amerikanern bisher nicht ausgebrochen. Und erzkonservative sowie religiöse Republikaner betrachten Romney noch immer mit Skepsis. Er hat nach ihrem Gusto zu wenig Moral, zu wenig Grundsätze. Er ist einfach nicht konservativ genug.

Nicht zuletzt um echte Begeisterung zu entfachen, hat Romney den jungen Paul Ryan zum Vizekandidaten ernannt. Ein Schachzug, der nicht ohne Risiko ist. Ryan hat Charme, kann im Gegensatz zu Romney gut mit Menschen umgehen, entfacht Begeisterung. Romney muss aufpassen, dass der 42-Jährige ihm beim Parteitag nicht die Show stiehlt.


 

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